Bischof: Westen bewertet Syrien einseitig

KNA 12.03.2012
Vatikanstadt (KNA) Der katholische Bischof im syrischen Aleppo, Giuseppe Nazzaro, wirft den westlichen Staaten ein selektives Eintreten für Menschenrechte vor. Während von Syrien ihre Achtung eingefordert werde, schweige man über schwerer wiegende Menschenrechtsverletzungen in anderen Staaten des Nahen Ostens, sagte Nazzaro dem vatikanischen Pressedienst Fides (Montag). Auch unter den Befürwortern einer UN-Resolution gegen Syrien seien solche Staaten. Dies lege den Verdacht nahe, dass nicht moralische, sondern politische und wirtschaftliche Motive das Eintreten für Menschenrechte bestimmten.
Weder die syrische Regierung noch die Opposition hätten die Vorschläge für einen Waffenstillstand bislang akzeptiert, kritisierte Nazzaro. Zudem gebe es den begründeten Verdacht, dass die Opposition manipuliert werde, so der aus Italien stammende Franziskaner mit Blick auf Berichte über eine Schürung des Konflikts durch islamistische Kreise. Nazzaro ist Apostolischer Vikar von Aleppo. Ein Apostolisches Vikariat ist die Vorstufe eines Bistums in Regionen, in denen es nur wenige Katholiken gibt. In Syrien leben nach vatikanischen Angaben gegenwärtig knapp 430.000 Katholiken.
(KNA - lmknlm-bd-1451.16ki-1)

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