Türkei gibt beschlagnahmte Immobilien an Christen zurück

KNA 08.02.2012
Istanbul (KNA) Der türkische Staat beginnt mit der Rückgabe von beschlagnahmten Immobilien an nicht-muslimische Minderheiten im Land. Als erste Einrichtung soll eine griechisch-orthodoxe Stiftung ein Schulgebäude in Istanbul zurückerhalten, das 1974 dem türkischen Finanzamt zugeschlagen worden war. Wie das staatliche Stiftungsamt der Türkei laut Pressemeldungen vom Mittwoch mitteilte, soll die Rückgabe innerhalb von zwei Monaten abgeschlossen sein. Die Regierung hatte die rechtliche Grundlage dafür im vergangenen Jahr geschaffen.
Die Stiftung der griechisch-orthodoxen Schule Galata hatte unmittelbar nach dem Regierungserlass vom vergangenen August einen Antrag auf Rückgabe des Schulgebäudes gestellt. Beim Stiftungsamt liegen noch weitere Anträge von Organisationen der Minderheiten vor. Bei dem Erlass vom vergangenen August ging es um die „Erklärung von 1936“. Damals mussten die nicht-muslimischen Stiftungen ihren Besitz auflisten. Einige dieser mehreren tausend Immobilien wurden in den folgenden Jahren und Jahrzehnten vom Staat eingezogen und teilweise verkauft. Der Erlass sieht eine rasche Rückgabe von Immobilien oder aber die Entschädigung zum Marktwert vor, falls die Häuser oder Grundstücke inzwischen an Dritte verkauft wurden. Vertreter von Christen und Juden in der Türkei hatten den Erlass als wichtigen Fortschritt begrüßt.
(KNA - lmkmks-bd-1123.27to-1)

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