Menschenrechtler fordern mehr Einsatz gegen Boko Haram

KNA 07.02.2012
Göttingen (KNA) Nigeria geht nach Ansicht der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte nicht entschlossen genug gegen die islamistische Terrorgruppe Boko Haram vor. Die Organisation zeigte sich am Dienstag in Göttingen besorgt darüber, dass der vor einer Woche festgenommene Boko-Haram-Sprecher Abdul Qaqa noch nicht vor Gericht gestellt wurde. Die Menschenrechtler verwiesen auf den Fall eines weiteren Aktivisten der Gruppe, Kabiro Sokoto, der im Zusammenhang mit den Bombenattentaten von Weihnachten 2011 festgenommen wurde. Noch während Sokotos Verhaftung gefeiert worden sei, hätten korrupte Beamte den Mann wieder freigelassen.
Insgesamt fielen laut Darstellung der Göttinger Menschenrechtler seit 2000 mehr als 10.000 Christen religiöser Gewalt in den zwölf islamisch geprägten Bundesstaaten Nigerias zum Opfer. Zuletzt wurden vor anderthalb Wochen bei mehreren Anschlägen im Norden des Landes mindestens 180 Menschen getötet. Ein Teil dieser Attentate ging auf das Konto von Boko Haram. Der Name der Gruppe bedeutet übersetzt „Westliche Bildung ist Sünde“. Die Mitglieder wollen einen radikalislamischen Gottesstaat in Nigeria errichten.
Die Festnahme von Boko-Haram-Sprecher Qaqa bezeichnete die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte als „wichtigen Schritt im Kampf gegen den Terror“. Weiter hieß es: „Wir hoffen, dass der Sprecher dieser Sekte den nigerianischen Behörden die Geldquellen Boko Harams offenlegen wird.“ - Nigeria ist mit rund 155 Millionen Einwohnern der bevölkerungsreichste Staat Afrikas. Über die Hälfte der Einwohner bekennt sich zum Islam; vor allem der Norden ist fast ausschließlich islamisch geprägt. Der Anteil der Christen in Nigeria wird mit 40, teils mit über 48 Prozent angegeben.
(KNA - lmkmkr-bd-1215.42he-1)

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