Erzbischof Jeanbart warnt vor „islamistischem Regime“ in Syrien

KNA 06.02.2012
Aleppo/Fribourg (KNA) Der griechisch-melkitische Erzbischof Jean-Clement Jeanbart von Aleppo hat die Sorge geäußert, dass in Syrien im Zuge der Unruhen ein „islamistisches Regime“ an die Macht kommen könnte. Dies hätte schwerwiegende Folgen für die religiösen Minderheiten im Land, vor allem für die Christen, erklärte der 68-jährige Erzbischof der mit Rom unierten Kirche im Gespräch mit dem französischsprachigen Zweig der internationalen katholischen Presseagentur APIC/KIPA in der Schweiz. Zugleich habe Jeanbart den westlichen Medien angelastet, oft unzutreffend und verzerrend über die Lage in Syrien zu berichten und damit „Öl ins Feuer“ zu gießen, meldete die APIC am Wochenende in Fribourg.
Der Erzbischof habe in dem Telefongespräch die Auffassung vertreten, dass nur ein „ernsthafter Dialog“ zwischen den Kontrahenten Syrien vor einem „Desaster“ bewahren könne. Bisher aber habe die politische Opposition alle Reformvorschläge der Regierung in Damaskus zurückgewiesen und Verhandlungen verweigert. Aufgrund der anhaltenden gewaltsamen Auseinandersetzungen entschieden sich immer mehr Christen dazu, das Land zu verlasen. Unter den Toten der zurückliegenden Tage in der Oppositionshochburg Homs seien auch zahlreiche Christen, erklärte Jeanbart. In Aleppo, nahe der Grenze zur Türkei gelegen, sei bisher die Lage noch ruhig.
Laut internationalen Presseberichten sind beim Beschuss der Stadt Homs durch die syrische Armee in der Nacht von Freitag auf Samstag vermutlich mehr als 200 Menschen getötet und zahlreiche Personen teilweise schwer verletzt worden. Unter den Opfern seien auch Frauen und Kinder. Im UNSicherheitsrat in New York ist bislang eine Resolution gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad am Widerstand Russlands und Chinas gescheitert.
(KNA - lmkmkp-bd-1153.35je-1)

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