Menschenrechtler befürchten Diskriminierung bei Wahl in Ägypten

KNA 02.03.2012
Frankfurt (KNA) Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) befürchtet eine Diskriminierung von Frauen und Kopten bei der Wahl zum Verfassungsgebenden Rat in Ägypten. Wie die IGFM am Donnerstag in Frankfurt mitteilte, hat die koptische Bewegung „Maspero Jugend“ für Samstag eine Protestkundgebung vor dem Parlament angekündigt, um eine angemessene Vertretung der koptischen Minderheit im Verfassungsgebenden Rat zu fordern. An diesem Tag wählt das Parlament die Mitglieder des Rats, der die neue ägyptische Verfassung ausarbeiten soll.
Die Wahl der 100 Mitglieder des Rates sorgt nach Angaben der IGFM bereits seit mehreren Wochen für Kontroversen, vor allem zwischen Islamisten, Kopten und Frauenrechtlerinnen. Versuche, den Einfluss der dominierenden Muslimbrüder und Salafisten im Parlament zu begrenzen, seien jedoch fehlgeschlagen. Die Islamisten verhinderten einen Vorstoß, wonach 10 Prozent der Sitze im Verfassungsgebenden Rat den Frauen und Nichtmuslimen vorbehalten sein sollten.
„Es darf nicht sein, dass der Verfassungsgebende Rat von Ägyptens islamistisch und männlich dominiertem Parlament bestimmt wird“, kritisierte der IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin. Er befürchtet eine weitere Diskriminierung der Kopten und Frauen. „Ägypten ist seit jeher ein multireligiöser Staat, dementsprechend sollten auch verschiedene religiöse Gruppierungen an der Ausarbeitung der Verfassung beteiligt sein“, forderte Lessenthin. Der Rat solle das gesamte ägyptische Volk repräsentieren, für Frauen brauche es eine Quotenregelung.
(KNA - lmknkl-bd-1511.11aa-1)

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