Belgien: Islam-Religionsunterricht in Brüssel an der Spitze

KNA 17.01.2012
Brüssel (KNA) In der belgischen Hauptstadtregion Brüssel nimmt der islamische Religionsunterricht bei der Moralerziehung in der Schule inzwischen einen Spitzenplatz ein. Das berichteten belgische Medien am Dienstag. Danach folgen in Primar- und Sekundarstufe jeweils mehr als 40 Prozent der Schüler dem islamischen Religionsunterricht. Auf dem zweiten Platz stehe der religionsunabhängige Ethikunterricht mit rund 28 Prozent der Schüler in der Primar- und 37 Prozent in der Sekundarstufe. Erst auf Platz drei folge der katholische Religionsunterricht mit 23 Prozent der Schüler in der Primarund 15 Prozent in der Sekundarstufe.
Im niederländischsprachigen Landesteil Flandern besuchten dagegen sowohl in der Primar- als auch in der Sekundarstufe mehr als vier Fünftel den katholischen Religionsunterricht. Hier folge der islamische Religionsunterricht erst nach dem Ethikunterricht an dritter Stelle. Im französischsprachigen Landesteil Wallonien liege der Anteil der Schüler im katholischen Religionsunterricht in der Primarstufe bei 53 Prozent, in der Sekundarstufe bei gut 26 Prozent. Der Moralunterricht werde in der Primarstufe von 37 Prozent der Schüler besucht und in der Sekundarstufe von mehr als 64 Prozent. Der Islamunterricht liege auch in Wallonien mit rund acht Prozent in beiden Schulstufen auf dem dritten Platz.
In den Berichten heißt es, rund 140 Millionen Euro gebe Belgien jährlich für die Finanzierung der Religionsgemeinschaften aus. Damit würden die Seelsorger der Religionsgemeinschaften und der organisierten Freidenker finanziert. Rund 86 Prozent der Ausgaben gingen an die katholische Kirche, etwa 8 Prozent an Freidenker und jeweils weniger als 3 Prozent an Protestanten und Muslime. Hinzu zählen müsse man rund 160 Millionen Euro, die die verschiedenen staatlichen Einrichtungen insbesondere für den Erhalt von Gotteshäusern der Religionsgemeinschaften aufwendeten.
(KNA - lmkllr-bd-0939.48ki-1)

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