Bischof: Westen muss stärker für ägyptische Christen eintreten

KNA 18.03.2011
Berlin (KNA) Das Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche in Deutschland, Bischof Anba Damian, hat den Westen zu mehr Unterstützung der Christen in Ägypten aufgerufen. Auch nach der friedlichen Revolution gebe es weiter Anschläge etwa islamistischer Fundamentalisten gegen die Minderheit, sagte Damian am Freitag vor Journalisten in Berlin.
Die Demokratien dürften sich nicht mit den „blumigen Statements“ und Versprechungen begnügen, die von der Armee anschließend abgegeben würden. Sie müssten auf eine spürbare Abhilfe drängen. Der Bischof mahnte auch eine stärkere Berücksichtigung der Belange von Kopten bei der Entwicklungshilfe an. Dabei sei in Rechnung zu stellen, dass viele ihrer Einrichtungen nicht in der Lage seien, Förderanträge zu stellen. Als Ursache nannte Damian einen Mangel an eigenen Fachkräften wegen langjähriger Diskriminierung im Bildungsbereich.
Zudem seien die Kopten stärker von Arbeitslosigkeit betroffen, betonte der Bischof. Dies führe dazu, dass vielen jungen ägyptischen Christen die Mittel zur Gründung einer eigenen Familie fehlten. Die Stimmung der koptischen Minderheit in Ägypten bezeichnete Damian als „Mischung aus Angst und Hoffnungen“. Sie drängten darauf, durch eine neue Verfassung endlich dieselben Rechte und Pflichten wie die Muslime zu erhalten. Zugleich warnte der Bischof vor einer pauschalen Verurteilung der muslimischen Ägypter. Die Mehrheit von ihnen sei „sehr vernünftig und liberal“. Allerdings seien vor allem sozial benachteiligte Menschen in dem Land durch Hasspredigten in den Moscheen verführbar. Dagegen müssten die leitenden islamischen Geistlichen stärker vorgehen. Damian ist das geistliche Oberhaupt der bundesweit rund 6.000 Kopten. Er residiert in einem Kloster in Höxter (Westfalen).
(KNA - llknls-BD-1247.55YU-1)

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