Malaysia blockiert Einfuhr von 30.000 Bibeln

KNA 14.03.2011
Rom (KNA) In Malaysia blockieren die staatlichen Behörden die Auslieferung von rund 30.000 Bibeln in malaysischer Sprache. Die Bücher lagerten in einem Hafen auf der Insel Borneo, berichtete der römische Pressedienst „asianews“ am Samstag unter Berufung auf den Vorsitzenden der Vereinigung der christlichen Kirchen Malaysias, den anglikanischen Bischof Ng Moon Hing.
Die Vereinigung kritisierte das Verhalten der Behörden scharf. Der Eindruck liege nahe, dass die Behörden systematisch gegen die Christen im Land vorgingen, indem sie ihnen den Zugang zu Bibeln in der Landessprache verweigerten, heißt es in einer Erklärung. Die Christen seien „desillusioniert und gereizt“. Ursache für die Blockade ist laut „asianews“ die Haltung der malaysischen Regierung, die 2008 eine Verwendung des Wortes „Allah“ für Gott in nichtmuslimischen Texten auf Malaysisch verboten hatte.
Muslime könnten auf diese Weise zu einem Übertritt zum Christentum verleitet werden, lautete die Begründung. Nach einer Gerichtsentscheidung im Dezember 2009, wonach der Gebrauch des Wortes „Allah“ auch Christen erlaubt sein müsse, kam es zu Angriffen von Islamisten auf Kirchen. Die Regierung legte Widerspruch ein; eine endgültige Entscheidung gibt es bislang nicht. In der Vergangenheit hatten die malaysischen Christen nach Angaben von „asianews“ mehrfach vergeblich versucht, Bibeln in malaysischer Sprache, vor allem aus dem benachbarten Indonesien, zu importieren.
Bibeln in englischer Sprache einzuführen sein hingegen ohne Schwierigkeiten möglich. Von den rund 28 Millionen Malaysiern sind rund 9 Prozent Christen, die Bevölkerungsmehrheit stellen mit rund 60 Prozent die Muslime.
(KNA - llknlm-BD-1435.18KI-2)

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