Appelle an Ägypten nach Gewalt gegen Kopten

KNA 10.03.2011
Berlin (KNA) Der Menschenrechtsexperte der FDP-Bundestagsfraktion, Pascal Kober, hat die neue ägyptische Regierung zum Schutz der Religionsfreiheit aufgerufen. Eine „funktionierende rechtsstaatliche Demokratie“ müsse es allen Bürgern ermöglichen, ihre Religion frei von Angst zu praktizieren, sagte Kober am Mittwoch in Berlin. Nur wenn die ägyptischen Behörden diese Probleme beherzt angingen, könnten sie verhindern, dass sich ein Massaker wie das auf die koptischen Christen in Alexandria in der Neujahrsnacht wiederhole.
Am Dienstagabend war es in Kairo zu blutigen Zusammenstößen zwischen Muslimen und Kopten gekommen. Nach Angaben der ägyptischen Generalstaatsanwaltschaft starben elf Menschen, sechs koptische Christen und fünf Muslime. Über hundert Menschen wurden verletzt. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) mahnte: „Wenn die neue ägyptische Regierung bei den Christen nicht ihre Glaubwürdigkeit verlieren will, dann muss sie ihre Ängste und Anliegen nun endlich ernster nehmen.“ Seit Anfang Januar 2011 seien mindestens 39 Kopten ermordet und drei Kirchen niedergebrannt worden. Das Massaker von Alexandria habe leider nur bei Teilen der muslimischen Mehrheitsbevölkerung einen Schock verursacht und zu Solidarisierungen geführt, so die Menschenrechtsorganisation.
(KNA - llknkt-BD-1341.58PI-1)

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