Historikerin Hamzah: Azhar-Uni steht vor größter Herausforderung

KNA 26.02.2011
Berlin (KNA) Die französische Historikerin sieht die renommierte islamische Azhar-Universität in Kairo „vor der größten Herausforderung ihrer 1.000-jährigen Geschichte“. Die Revolution der ägyptischen Jugend ziele auf einen säkularen Staat, in dem die Kleriker weniger Einfluss haben könnten, sagte Hamzah der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Donnerstag in Berlin.
Deshalb fordere jetzt vehement der Großscheich der Al-Azhar, Ahmad al-Tayyib, dass der Islam Staatsreligion und die Scharia wichtigste Quelle der Rechtsprechung bleibe.
Liberale Religionsgelehrte, die den Koran historisch-kritisch lesen, gebe es in Ägypten zwar kaum. „Es geht aber auch viel mehr um die Jugend dort. Und die will demokratische Grundrechte und gutes Regieren; sie zerbricht sich nicht den Kopf über die Fundamente der Koranexegese,“ so die 44-jährige Wissenschaftlerin, die lange über die Rolle der Al-Azhar-Universität geforscht hat. Als Bollwerk gegen islamistische Tendenzen werde die konservative Institution nicht gebraucht. Trotz einer 30-jährigen Islamisierung gebe es in der ägyptischen Gesellschaft keine Sehnsucht nach einem Gottesstaat.
Die Al-Azhar-Universität genießt in der islamischen Welt einen herausragenden Ruf als Stätte religiöser Gelehrsamkeit. Die Rechtsgutachten ihres Fatwa-Komitees gelten vielen Muslimen als maßgeblich. Zu den ägyptischen Protesten der vergangenen Wochen ging die regierungstreue Institution auf Distanz und rief mehrfach zum Ende der Proteste gegen das Regime von Präsident Husni Mubarak auf.
(KNA - llkmmo-BD-1556.58YU-1)

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