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  Erzbischof Zollitsch fordert Türkei zur Achtung christlicher Minderheiten auf

Erzbischof Robert Zollitsch

Erzbischof Robert Zollitsch

Brief an den türkischen Botschafter in Berlin

 

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, hat sich gegenüber der türkischen Regierung besorgt über die Lage der wenigen noch in der Türkei lebenden syrisch-orthodoxen Christen gezeigt. In einem Brief an den Botschafter der Türkei in der Bundesrepublik Deutschland, Ahmed Acet, geht Erzbischof Zollitsch auf die Gefahr staatlicher Enteignung großer Teile der Bodenfläche des syrisch-orthodoxen Klosters Mor Gabriel ein.

 

„Spätestens die Ende Januar 2009 vom lokalen Schatzamt gegen das Kloster erhobene Klage hat den Verdacht hervorgerufen, dass sogar staatliche Stellen an einer Beendigung der über 1600 Jahre währenden Existenz dieses Klosters Interesse haben könnten. Weitere Nahrung erhielt dieser Verdacht durch die Tatsache, dass das Schatzamt gegen das erstinstanzliche Urteil, das zugunsten des Klosters ausgefallen war, in Berufung gegangen ist – anstatt die Klage, schreibt Erzbischof Zollitsch „fallen zu lassen“, wie weithin erwartet worden war. Bereits am 10. November 2009 habe das vom Schatzamt angerufene Berufungsgericht in Ankara getagt, ohne dass bislang bekannt geworden wäre, zu welchem Ergebnis es gekommen sei. Erzbischof Zollitsch bat den Botschafter, ihn über den Stand des Verfahrens in Kenntnis zu setzen. Gleichzeitig unterstrich er die Sorge um die Fortexistenz des Klosters, das für viele syrisch-orthodoxe Christen – weit über die Türkei hinaus – von großer Bedeutung sei.

 

Erzbischof Zollitsch erinnerte außerdem an die gehäuften Angriffe auf Leib und Leben von Priestern und Ordensleuten. „Das sind Verbrechen, auf deren Aufklärung sicherlich nicht nur Christen weiter hoffen.“ Er erwarte von der türkischen Regierung, „geeignete Maßnahmen zum Schutz der historischen christlichen Kirchen, Klöster und Kulturgüter sowie zum persönlichen Schutz einzelner gefährdeter Christen“ zu ergreifen und wo immer nötig zu verstärken.


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