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Interreligiöser Dialog braucht mehr persönliche Begegnung
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Papst an Moslems: „Glaube und Vernunft stützen sich gegenseitig”
Der Jesuit Felix Körner zum christlich-muslimischen Dialog
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Vatikan spricht sich für ein Recht auf Moscheen und Kirchen aus
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Papst: Dialog über Bibel und Koran soll neue Impulse bringen
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Gemeinsames Gebet: Interreligiöser Dialog braucht eine Unterscheidung der Geister
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  Interreligiöser Dialog beim WJT 2008 in Sydney

WJT in Sydney 2008

WJT in Sydney 2008

Down under Brücken bauen

Benedikt XVI. entdeckt das multireligiöse Australien

Von Burkhard Jürgens (KNA) Sydney (KNA)

Kaum hat Benedikt XVI. den weiten Sprung ans andere Ende der Welt vollzogen, da geht es um noch größere Brückenschläge. Sein zweiter Vormittag in Sydney stand im Zeichen der Begegnung mit Nichtkatholiken. In der geschützten Atmosphäre seines Quartiers in der erzbischöflichen Residenz traf sich Benedikt XVI. am Freitag mit Vertretern anderer Konfessionen und Religionen. Auf dem fünften Kontinent hat der Dialog der Glaubensrichtungen eine besondere Tradition. Wenige Gegenden der Welt sind von einer solchen kulturellen Vielfalt geprägt wie Australien. Einwanderer aus England und China, Italien und Vietnam, Griechenland, Polen oder dem Libanon haben die Gesellschaft über Generationen geformt und tun es weiter. Allein in diesem Jahr werden 300.000 Menschen eine australische Aufenthaltsgenehmigung erhalten. Alle bringen ihre Vorstellung von Gott, Wahrheit und Werten mit. Der Papst hebt diese besondere Situation hervor, als er Vertreter von einem guten Dutzend christlicher Bekenntnisse begrüßt und unmittelbar darauf mit Repräsentanten anderer Religionen in Sydney zusammentrifft. Gerade in Australien, diesem „majestätischen Land“, stehe die Religionsfreiheit in hohem Ansehen. Die Harmonie zwischen Glaubensgemeinschaften und öffentlichem Leben schildert Benedikt XVI. als wegweisend. In einer von Gewalt bedrohten Welt müssten die Gläubigen mit „geeinter Stimme“ auf Frieden und Schutz der Menschenwürde drängen. „Die Kirche sucht begierig Möglichkeiten, auf die spirituelle Erfahrung anderer Religionen zu hören“, sagt der Papst vor Juden, Muslimen, Buddhisten, Zoroastriern und Mandäern im Kapitelsaal des Bischofshauses. Zugleich betont er, dass es für Christen Jesus von Nazareth ist, der Antwort auf die letzten Fragen gibt und von Sünden erlöst. Die ökumenische Bewegung hingegen sieht der Papst an einem Scheideweg. Der Dialog gehe nicht nur in der theologischen Debatte weiter, sondern auch im Austausch gegenseitig bereichernder Gaben. Lehrunterschiede dürften jedenfalls nicht zum Hemmnis werden für die „drängendere und unmittelbare Aufgabe, die Welt, in der wir leben, besser zu machen“. Damit liegt Benedikt XVI. auf einer Linie mit Rabbiner Jeremy Lawrence von der Großen Synagoge Sydney. Dieser unterstreicht die gemeinsame Sorge für die Umwelt, den Schutz von Klima und Artenvielfalt, die Achtung vor der Heiligkeit des Lebens und der Menschenwürde. Scheich Mohamed Salim vom Australischen Rat der Imame fordert sogar einen „Fundamentalismus der Liebe“. Der Besuch Benedikt XVI. biete eine große Chance für eine gute Beziehung. Das sei „ein sehr guter Anfang“, so der Scheich. Einen Dialog anderer Art führt Benedikt XVI. über Mittag. Zwölf Weltjugendtagsteilnehmer dürfen mit dem Kirchenoberhaupt essen. Manchen schnürt die Aufregung wohl anfangs die Kehle zu. „Ich will nicht leugnen, dass ich ziemlich nervös war, aber als er so freundlich zu uns reinkam, waren alle ganz locker“, sagte die 25-jährige Nigerianerin Ijeoma Jacinta Igwe anschließend. „Ich bin so glücklich.“ Das Menü verzichtet auf Extravaganzen - und auf Fisch. Bei einem Essen während des Weltjugendtags in Köln fand eine Forelle wegen der Gräten nicht eben das Gefallen des Heiligen Vaters. So besteht der Hauptgang diesmal aus Hühnchen, Kartoffeln und Erbsen; zum Nachtisch gibt es Zitronen-Maracuja-Torte mit Baiser. Den Nachmittag bestimmt die Meditation des Leidens und Sterbens Jesu. Um drei Uhr, zur traditionellen Todesstunde Christi, beginnt ein szenisch gestalteter Kreuzweg. Benedikt XVI. eröffnet ihn an der Kathedrale St. Mary. „Hilf uns zu verstehen, dass Gemeinschaft mit dir auch Einheit mit all jenen bedeutet, denen du dich gibst“, betet der Papst. Es ist eine Meditation über das Geheimnis der Eucharistie, aber mit Bezügen zu Leiden und Ungerechtigkeiten der Gegenwart. Anstelle des biblischen Simon von Cyrene trägt ein junger Aborigine das Kreuz Jesu auf den letzten Stationen. Während der Papst die Andacht vor einem Bildschirm verfolgt, säumen Tausende den Zug durch die Stadt. Das sonst allgegenwärtige Trommeln und Singen erstirbt für Stunden; viele Gesichter spiegeln Betroffenheit angesichts der naturalistischen Passionsdarstellung. Und dann trifft Benedikt XVI. noch Jugendliche, die ihren eigenen Kreuzweg hinter sich haben. In der Kapelle der Universität Notre Dame schildern Teilnehmer eines Sozialprogramms ihre seelischen Traumata: ein Mädchen, das in den Slums von Manila aufwuchs, ein Mann, der die meiste Zeit seines jungen Lebens in Alkoholsucht verbrachte. Auch der Papst spricht, redet von falschem Glück und wahrer Liebe. Aber wichtiger scheint in diesem Moment zu sein, dass er zuhört, einfach nur zuhört als die höchste irdische Instanz, der junge Katholiken ihr Leid klagen können. (KNA - kskrls-BD-1418.48QO-1) 19.07.2008


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Schlagworte

Papst Benedikt XVI.; WJT 2008 Sydney; interreligiöser Dialog; interreligiöses Treffen


 
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