CIBEDO
Über uns
Aktuelle Nachrichten
Islamkonferenz sollte Brücke zwischen Konfessionen schlagen
Endet die christliche Ära im „Rom des Orients“?
Seit 100 Tagen in der Gewalt von Boko Haram
Malaysische Christin gewinnt "Allah"-Prozess
Juden und Muslime in Belgien: Weiter respektvoll zusammenleben
Kardinal beklagt Schweigen über Christenverfolgungen
Islamkonferenz verurteilt Terror im Namen des Glaubens
Welthungerhilfe: Christen in Ost-Syrien von IS bedroht
Steinmeier zum Fastenbrechen bei syrischer Flüchtlingsfamilie
Auftakt der Salzburger Festspiele mit Diskussionen zum Islam
Vatikan gratuliert Muslimen vor Ende des Ramadan
Nuntius im Irak alarmiert wegen Übergriffen auf Christen
Erdogan wirft Israel "Völkermord" in Gaza und "Staatsterror" vor
Bischof: Islamisten verlangen Schutzgeld von Christen in Mossul
Erdogan ruft Muslime zur Einheit - Islam-Konferenz in Istanbul
Versöhnungsinitiativen: Papst soll im Gaza-Krieg vermitteln
Komitee für Opfer von Boko Haram eingerichtet
Neue Videobotschaft von Boko Haram
Al-Kaida-Scheich spricht Fatwa gegen IS-Kalifat
Christen in Gaza fürchten Übergriffe radikaler Muslime
Kölns künftiger Erzbischof am Rhein - Glückwünsche von Muslimen
Mutmaßlicher Mörder Bhattis kommt gegen Kaution frei
Münchner Forum für Islam startet Spendenaktion für Moschee
Christen im Heiligen Land befürchten weitere Eskalation
Katholische Klinik verteidigt Kündigung wegen Kopftuch
Christen aus dem Nordirak fliehen in Kurdengebiet
Fußball-WM macht Ramadan-Programmen Konkurrenz
Myanmars Präsident Thein verurteilt Gewalt gegen Muslime
De Maiziere würdigt Fastenbrechen als Fest der Versöhnung
Indisches Gericht erklärt Scharia-Urteile für nicht bindend
Türkei lädt Muslime zu Isis-Konferenz nach Istanbul ein
Imame: Britische Muslime sollen nicht im Iran und Syrien kämpfen
Bundestag stimmt für Neuregelung der Optionspflicht
Sunniten drohen mit Angriffen auf Kirchenglocken im Libanon
Menschenrechtler kritisieren französisches Kopftuchverbot
Neues NRW-Bestattungsgesetz erlaubt muslimische Friedhöfe
In NRW 40 Ermittlungsverfahren gegen gewaltbereite Salafisten
Zentralrat der Muslime sieht Urteil zu Burka-Verbot kritisch
Bischof: Ausland muss irakische Christen schützen
Verbot der Vollverschleierung in Frankreich ist rechtsgültig
Boko Haram bedroht auch Nachbarstaaten
Forscher: Isis kopiert mit Ausrufung des Kalifats alte Strategie
Irakischer Bischof: Isis-Offensive bedroht Existenz der Christen
...
Nachrichtenarchiv
Archiv 2014
Archiv 2013
Archiv 2012
Archiv 2011
Archiv 2010
Kardinal: Angriffe werden christliches Zeugnis nicht stoppen
Aleviten als Glaubensrichtung in Österreich anerkannt
Mode für Allah  „I love my prophet“ - Zwischen Lifestyle und Koran
Jordanischer Prinz will Anti-Terror-Konferenz in Mekka
Pallotiner und interreligiöser Dialog
Rund 80 Prozent aller religiös Verfolgten weltweit sind Christen
Indonesien: Islamischer Fundamentalismus wird stärker
Erzbischof Zollitsch würdigt Film über Trappistenmärtyrer in Algerien
Bundesinnenminister de Maiziere trifft erstmals Imame
Hitzige Debatte über Blasphemiegesetz in Pakistan
Thierse: Religionsfreier Staat vertritt säkularen Humanismus
Neues Graduiertenkolleg für Islamische Theologie
Wowereit: Interreligiösen Dialog verstärken
Böhmer fordert Bildungsoffensive für Migranten
Studie: Deutsche haben schlechtes Bild von Muslimen
Soziologe Nassehi: Migrationsprobleme nicht im Islam begründet
Rückblick auf die Tagung „Dem Menschen dienen“
Christen, Juden und Muslime erklären gemeinsam: Kein politisches, religiöses oder weltanschauliches Ziel rechtfertigt Terroranschläge
„Bessere Integration durch Bildung“  Muslimische Verbände befassen sich mit Bertelsmann-Studie
Tagung: Dem Menschen dienen. Spiritualität und Bildung
Kardinal Kasper: Not der Christen in islamischen Ländern wächst
Vatikan und muslimische Gelehrte gemeinsam für Religionsfreiheit
Obama wirbt in Jakarta für Verständnis zwischen Religionen
Vatikan: Kolloquium in Teheran
Islam-Institut ehrt Persönlichkeiten für Religions-Dialog
Schröder kritisiert Deutschenfeindlichkeit junger Muslime
Böckenförde widerspricht Wulff in Islamdebatte
Theologe Valentin: Islam hat Europa kaum etwas gegeben
Erzbischof Koch: Politik hat Ängste vor Islam ignoriert
Experten: Religionsfreiheit ist unabdingbar für Demokratie
Bischof Paul Hinder über die Lage der Kirche in Arabien
Alois Glück zur Auseinandersetzung um Islam und Integration
NRW-Integrationsminister unterstützt Islamschulgegner
Imame von deutschen Unis als Brückenbauer
Islamische Studien: Zuschlag für Tübingen und Münster/Osnabrück
Islamexperte Vöcking hält Integrationsdebatte für verspätet
Islamexperte Vöcking: Islamverbände arbeiten gegen Integration
Ein Interview mit Dr. Peter Hünseler (Christlich-Islamische Begegnungs- und Dokumentationsstelle): Zur aktuellen Zuwanderungsdebatte (11.10.2010)
Uni: Land unterstützt Aufbau von Islam-Zentrum in Münster
Schick: Gemeinsam für Religionsfreiheit eintreten
Vatikan: Koranverbrennung wäre „abscheuliche Geste“
Bundesverwaltungsgericht entscheidet über Gebet in Schulen
Özkan fordert Muslime zum Dialog auf
De Maiziere: Muslimischer Glaube ist kein Integrationshindernis
Vatikan: Nein zu Koran-Verbrennung
ZDF-Doku wirft differenzierten Blick auf den Islam
Botschaften zum Ende des Ramadan  und christlich-islamischer Dialog
Vatikan begrüßt türkisches Entgegenkommen im Kirchenstreit
Hessischer Verdienstorden für Dr. Guido Amend
Katholische Kirche fördert ausländische Studierende und Wissenschaftler mit rund sechs Millionen Euro
Özkan beruft sich bei Vereidigung auf Gott
Türkei/D: Merkels Moscheebesuch
Ein „Weißer Vater“ macht seinem Orden alle Ehren
Vatikan zum Tod Tantawis: „Einen Freund verloren“
Neue Konflikte zwischen Muslimen und Christen in Nigeria
Erste Anwaltskanzlei Schottlands bietet Scharia-Beratung
Islamisches Magazin entschuldigt sich für Hostienentweihung
Muslime stellen Mitarbeit an Islamkonferenz infrage
Ägypten/Vatikan: Aufklärung über Religion
Laschet fordert Runden Tisch der Muslime für Religionsunterricht
Bischöfe Südosteuropas fordern Dialog mit anderen Religionen
Vatikan und Muslime plädieren für religiöse Gleichberechtigung
Der Vorsitzende des Islamrats, Ali Kizilkaya, hat sich für ein Verbleib von Kreuzen in deutschen Gerichtsälen ausgesprochen
Eine christliche Kirche für Tarsus (Südtürkei)
Imamausbildung an deutschen Universitäten
Eine Vorreiterin im Dialog - Dekha Ibrahim Abdi erhält Hessischen Friedenspreis
Archiv 2009
Archiv 2008
Archiv 2007
Archiv 2006
Archiv 2005
CIBEDO-BIBLIOTHEK
CIBEDO-Publikationen
Buchempfehlungen
Christl. - islam. Dialog
Dokumente u. Institutionen
Wichtige Dialogthemen
Pastorale Fragen
Tagungen
Stipendien
FAQ
Links







  Alois Glück zur Auseinandersetzung um Islam und Integration

Logo ZdK

Logo ZdK

„Die Debatte ist ein Desaster“

 

München 15.10.2010. (KNA)

 

Alois Glück zur Auseinandersetzung um Islam und Integration

 

Von Christoph Renzikowski (KNA)

 

Der einstige CSU-Spitzenpolitiker Alois Glück ist alles andere als glücklich über die hitzige Diskussion um Islam und Integration. Im Interview mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) rief der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) am Donnerstag in München zu mehr Sachlichkeit auf. Wer rein stimmungsgebunden agiere, spiele nur den Rechtspopulisten in die Hände.

 

KNA: Herr Glück, um die Integration wird in zunehmend schrilleren Tönen gestritten. Wie finden Sie das?

 

Glück: Die aktuelle Debatte um Integration und Islam ist ein Desaster. Sie wirkt doppelt schädlich. Zuwanderer und Muslime, die sich integrieren wollen oder das schon sind, werden mit den anderen in einen Topf geworfen und damit brüskiert. Kein Wort der Anerkennung ihrer Leistung. Und in der Bevölkerung entstehen durch pauschale Äußerungen negative Bilder und Einstellungen, etwa derart, als ob jeder Muslim ein Problem sei und damit unter Generalverdacht stehe. Die große Aufgabe der Integration wird durch eine so undifferenzierte Diskussion schwer belastet.

 

KNA: Angeschärft wurde der Disput in den vergangenen Tagen vor allem von führenden Mitgliedern Ihrer Partei, der CSU.

 

Glück: Das ist zu einseitig. Aber ich sehe auch diese Diskussion mit großer Sorge und sie ist mir auch politisch ein Rätsel. Es wundert mich, dass die CSU nicht auf Erfolge verweist, die durch ihr Engagement mit strengeren Regelungen in der großen Koalition erzielt wurden. Der Schlüssel dafür waren die Verhandlungen zwischen Bayerns damaligem Innenminister Günther Beckstein (CSU) und Bundesinnenminister Otto Schily (SPD). Statt dessen wird der Eindruck erweckt, wir stünden noch ganz am Anfang, weil die Politik noch nichts getan hätte. Im übrigen sind alle, die in dieser Debatte das Christliche strapazieren, einem Menschenbild verpflichtet, bei dem jeder dieselbe Würde hat. Das gilt auch für Migranten und Muslime.

 

KNA: Wo bleibt die Stimme der Kirche?

 

Glück: Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken hat begonnen, sich des Themas „Islam in Deutschland und Europa“ verstärkt anzunehmen. Die Kirchen leisten über ihre sozialen Dienste wichtige konkrete Integrationsarbeit. Aber wir müssen uns noch stärker konzeptionell mit dem Thema auseinandersetzen. Wie kann und muss das Zusammenleben gestaltet werden? Mit welchen Normen und Maßnahmen? Weil es angstbesetzt ist, sollten alle Beteiligten der Versuchung widerstehen, dies politisch zu instrumentalisieren. Gott sei Dank ist rechtspopulistischen Kreisen in Deutschland noch nicht gelungen, was inzwischen in vielen unserer Nachbarländer zu beobachten ist. Doch wenn die Politik nur stimmungsgebunden agiert, wird sie diese Entwicklung nicht aufhalten.

 

KNA: Der reißende Absatz des neuen Buches von Thilo Sarrazin deutet darauf hin, dass viele Menschen Angst vor Überfremdung haben. Wie lässt sich damit angemessen umgehen?

 

Glück: Wichtig wäre zunächst Information über die ganze Wirklichkeit. Und die ist sehr differenziert. Zuwanderer sind unverzichtbar für unsere Wirtschaft. Viele Menschen hoffen, dass sie bei einem Pflegefall in ihrer Familie eine bezahlbare ausländische Hilfskraft finden, etwa aus Osteuropa. Ähnliche Bedarfsmeldungen gibt es aus anderen Branchen. Längst ist ein internationaler Wettbewerb um die besten Köpfe aus aller Welt im Gange, dem wir uns allein schon wegen unserer niedrigen Geburtenrate stellen müssen. Wenn wir keine differenziertere Zuwanderungsdebatte führen, schießen wir uns selbst ins Knie. ./.

 

KNA: Ist es sinnvoll, zwischen erwünschten und unerwünschten, geeigneten und weniger geeigneten Zuwanderern zu unterscheiden?

 

Glück: Unterscheidungen sind völlig legitim. Nur darf es da nicht um Rasse oder Religion gehen. Alle klassischen Einwanderungsländer differenzieren danach, welche Arbeitskräfte für sie wichtig sind. Natürlich gibt es auch andere Gruppen von Zuwanderern, Flüchtlinge oder Menschen, die über den Familiennachzug nach Deutschland kommen, zum Teil aus den rückständigsten Gebieten der Türkei. Hier sind Anforderungen zu stellen und auch mit Sanktionen durchzusetzen. Aber das ist eben nicht die ganze Wirklichkeit.

 

KNA: Momentan ist viel von Anforderungen an die Migranten die Rede. Zur Integration gehört aber auch die andere Seite.

 

Glück: Es ist menschlich, dass Fremdes zunächst beunruhigt, vor allem wenn es in großer Zahl auftritt. Aber man kann von Zuwanderern nur etwas erwarten, wenn ihnen das Gefühl vermittelt wird, willkommen zu sein. Wenn ihnen jetzt suggeriert wird: Als Muslim bist du von Haus aus verdächtig, als Zuwanderer bist du leider notwendig, aber lieber wäre uns, wir bräuchten dich nicht, dann fördert das nicht gerade die Motivation, sich zu integrieren.

 

KNA: Gibt es etwas auf muslimischer Seite, das Sie vermissen?

 

Glück: Im Islam gärt es, dort stellen sich Grundsatzfragen der Akzeptanz der modernen Welt. Wichtig ist, offen und ehrlich Probleme und Meinungsverschiedenheiten anzusprechen. Ich denke, dass sich auch die Repräsentanten des Islam in Deutschland noch stärker damit auseinandersetzen müssen, was sich bei ihnen ändern muss und wie sie Vertrauen stiften können. (KNA - lklklo-BD-1144.53EA-1)

 


Auf unserer Hauptseite finden Sie weitere Informationen zu den Themen interreligiöser Dialog und christlich islamischer Dialog.

 
Services im Überblick:


CIBEDO-Banner

Verlinken Sie Ihre Homepage mit cibedo.de.


Christlich-islamische Bibliothek

Durchsuchen Sie online unseren Bibliothekskatalog

CIBEDO-Beiträge ist die vierteljährliche Printveröffentlichung der CIBEDO

CIBEDO-Beiträge ist die vierteljährliche Printveröffentlichung der CIBEDO



Muslime fragen - Christen antworten

Unser Tipp: Muslime fragen - Christen antworten (Seite von C.W. Troll SJ)



CIBEDO Info-Flyer

Der CIBEDO Info-Flyer zum download (PDF)


 
CIBEDO - Arbeitsstelle der Deutschen Bischofskonferenz  ::  interreligiöser Dialog ::       christlich islamischer Dialog ::  Offenbacher Landstr. 224  ::  60599 Frankfurt am Main :: Tel.: 069 / 726491  ::  Fax: 069 / 723052