Indonesien: Keine Kirchen in muslimischen Straßen

KNA 25.08.2011
Jakarta (KNA) Die Kirchen in der indonesischen Großstadt Bogor sehen sich wachsender religiöser Intoleranz ausgesetzt. Jüngster Anlass ist ein Vorstoß des Bürgermeisters Diani Budiarto, christliche Gotteshäuser in Straßen mit islamischen Namen zu verbieten. Ein Sprecher der Taman Yasmin Indonesian Christian Church sprach von „immer neuen Ausreden“ des Bürgermeisters, die zudem einem Urteil des Obersten Gerichts in Indonesien zuwiderliefen. Auch das geplante Verbot sei nicht hinnehmbar. Ebenso wie es unbeanstandet Kirchen in Straßen mit islamischen Namen gebe, fänden sich zahlreiche Moscheen in Straßen mit christlichen Namen, sagte Gemeindesprecher Sigalingging Bona der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Dienstag.
Die Straße mit der Yasmin-Gemeinde ist nach dem Islamgelehrten Jalan Abdullah bin Nuh aus Westjava benannt. Unterstützung erhielten die Christen inzwischen von dessen Sohn. Muhammad Mustofa, selbst ein islamischer Kleriker, habe erklärt, aus seiner Sicht gebe es keine Einwände gegen ein christliches Gotteshaus in der nach seinem Vater benannten Straße, so der Sprecher der Kirche.
Bürgermeister Diani hatte im vergangenen Jahr die von ihm erteilte Genehmigung zum Bau und Betrieb der Kirche auf Druck radikaler Islamisten widerrufen. Das Oberste Gericht Indonesiens kassierte Ende vergangenen Jahres diese Entscheidung. Diani weigert sich jedoch, das Urteil zu akzeptieren. Seit Weihnachten hält die Yasmin Gemeinde aus Protest jeden Sonntag ihren Gottesdienst unter den Augen einer Hundertschaft Polizei auf dem Bürgersteig in der Nähe der Kirche ab.
(KNA - llksmn-bd-1630.07po-1)

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