Muslime entschuldigen sich für Massaker an Christen in Pakistan

KNA 05.08.2011
Faisalabad (KNA) Zwei pakistanische Muslime haben sich für einen Anschlag entschuldigt, bei dem vergangenen August zehn Christen ums Leben gekommen waren. Nach Angaben des asiatischen katholischen Nachrichtendienstes Ucanews (Mittwoch) betonten die zwei Lehrer des Sufi-Ordens, Gewalt stehe im Widerspruch zum Wesen des Islams. Der Direktor der Kommission für den Dialog zwischen den Religionen der Diözese Faisalabad, Pater Aftab James Paul, habe der Entschuldigung „hohe Bedeutung“ beigemessen, heißt es. An den Ausschreitungen selbst waren die beiden Sufis - der Direktor einer Koranschule sowie ein Vorsteher einer Moschee in Gorja - den Angaben zufolge nicht beteiligt.
Im August 2009 hatten mehr als 800 Muslime in Gorja und benachbarten Dörfern in der Provinz Punjab mehr als 150 Häuser und Geschäfte von Christen niedergebrannt. Ein pakistanisches Antiterrorgericht in Faisalabad hatte 70 Anführer der Gewaltaktion freigesprochen. Auslöser der Gewalt war der Vorwurf der Blasphemie. In einem der betroffenen Dörfer sollen Kinder aus Koranseiten Konfetti gemacht haben.
Im Punjab kommt es unter dem Vorwurf der Blasphemie immer wieder zu Gewalt gegen Christen. Anfang November war die Christin Asia Bibi aus der Provinz Punjab wegen des angeblichen Verstoßes gegen das Blasphemiegesetz zum Tode verurteilt worden. Anfang dieses Jahres waren mit dem Gouverneur des Punjab sowie dem Minister für religiöse Minderheiten zwei prominente Kritiker des Blasphemiegesetzes von radikalen Muslimen ermordet worden. Auf Druck islamistischer Kräfte ist Pakistans Regierung inzwischen von einer beabsichtigten Reform des Blasphemiegesetzes abgerückt.
(KNA - llkskn-bd-1626.16uo-1)

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