Kirche in Malaysia fordert Ende der Hetze gegen Christen

KNA 30.06.2011
Kuala Lumpur (KNA) Die katholische Bischofskonferenz Malaysias wehrt sich entschieden gegen den Vorwurf, christliche Organisationen aus dem Ausland seien die Financiers einer geplanten Großkundgebung für mehr Demokratie. Die der Regierungspartei Umno gehörende rechtsnationalistische Tageszeitung „Utusan“ habe „anscheinend die Lizenz zur Veröffentlichung substanzloser und wilder Vorwürfe mit dem Ziel, Unfrieden zwischen den Christen und Muslimen in Malaysia zu säen“, sagte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Bischof Paul Tan Chee Ing, am Dienstag dem unabhängigen Onlinemagazin „Malaysiakini“.
„Utusan“, die Tageszeitung der konservativ-islamischen Malaien, hatte erst vor wenigen Wochen unter der Schlagzeile „Malaysia, ein christlicher Staat“ vor einem angeblichen Putschplan von Christen gewarnt. Oppositionsgruppen haben für den 9. Juli zu einer Großkundgebung mit dem Titel „Bersih (Sauberkeit) 2.0“ in Kuala Lumpur aufgerufen. Sie fordern ein transparentes und faires Wahlrecht. Politische Beobachter in Malaysia rechnen mit einer kurz bevorstehen Ausrufung vorgezogener Neuwahlen. An der ersten „Bersih“-Kundgebung im Herbst 2007 hatten mehr als 60.000 Menschen teilgenommen. Bei den Parlamentswahlen sechs Monate später brachten die Oppositionsparteien erstmalig seit der Unabhängigkeit Malaysias vor über 50 Jahren die Regierungspartei an den Rand einer Wahlniederlage.
Malaysias Regierung will „Bersih 2.0“ offenbar mit allen Mitteln verhindern. Mehrere Unterstützer der Kundgebung wurden in den vergangenen Tagen festgenommen. Innenminister Hishammuddin Hussein droht den Organisatoren mit dem Gesetz über die innere Sicherheit (ISA), das den Behörden Verhaftungen und Inhaftierungen auf unbestimmte Zeit ohne richterliche Anordnung erlaubt. Bischof Ing sagte dazu: „Es hat den Anschein, dass die Behörden mehr an der Kontrolle von Menschen interessiert sind, die ihr legitimes Recht der freien Meinungsäußerung wahrnehmen wollen, als Menschen daran zu hindern, alle möglichen Verleumdungen von Einzelpersonen und gesellschaftlichen Gruppen in diesem Land zu verbreiten.“
(KNA - llkqms-BD-1701.58ZU-1)

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