Jaschke: Vermisse Empörung muslimischer Autoritäten

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 Weihbischof Hans-Jochen Jaschke
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KNA 06.01.2011
Köln (KNA) Für den Hamburger katholischen Weihbischof Hans-Jochen Jaschke ist der Anschlag von Alexandria eine „Nagelprobe für den Dialog der Religionen“. Er vermisse „eine weltweite Empörung religiöser, gerade muslimischer Autoritäten“, sagte Jaschke dem Kölner „domradio“. Er sei sehr enttäuscht über deren Zurückhaltung. „Wenn Religionen nicht die Kraft entwickeln, Hass und Feindschaft zu überwinden, wer soll es sonst tun?“
Er selbst engagiere sich im interreligiösen Dialog mit Muslimen, sagte Jaschke. „Aber wo bleibt ihre Stimme? Ich möchte hören, was die Verbände dazu sagen“, so der Weihbischof. Christen träten für die Rechte der Muslime in Deutschland und überall auf der Welt ein. Für ein klares Wort von Seiten der Muslime sei es „höchste Zeit“.
Jaschke warnte vor einer Vermischung von religiösen und politischen Motiven. Religionen sollten sich „unabhängig von der Politik machen“, fordert er. Sie sollten auf Gewalt verzichten und zum Frieden aufrufen. „Wir lassen uns nicht in diesen politischen Clash der Zivilisationen hineinziehen.“ Religionen stünden im Dialog miteinander und respektierten sich. Sie „verurteilen alles, was zu Wahn und Terror führt“, sagte der Weihbischof.
Koptische Gemeinden in ganz Europa wollen am Sonntag der Opfer des Attentats auf eine koptische Kirche in Ägypten gedenken. Dabei waren an Silvester 23 Menschen ums Leben gekommen. Geplant sind Gottesdienste und Kundgebungen in den jeweiligen Gemeinden ab 13.00 Uhr. Bereits am Samstag werde es eine zentrale Trauerfeier für die Bundesrepublik in Frankfurt geben, sagte der Bischof der Koptisch-Orthodoxen Kirche in Deutschland, Anba Damian, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).
(KNA - llklko-BD-1744.26MI-1)

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