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  Studie: Deutsche haben schlechtes Bild von Muslimen

Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Universität Münster

Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Universität Münster

 

KNA 4.12.2010

 

Berlin (KNA) Die Deutschen sind Muslimen gegenüber weit negativer eingestellt als ihre europäischen Nachbarn. Das ergab eine am Donnerstag in Berlin vorgelegte Umfrage des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ der Universität Münster. Der Religionssoziologe Detlef Pollack sprach von einem„geradezu dramatischen“ Unterschied zwischen Deutschland und anderen Ländern, wenn es um die Haltung gegenüber dem Islam gehe.

 

Demnach haben 57,7 Prozent der Westdeutschen und 62,2 Prozent der Ostdeutschen nach eigenem Bekunden eine negative Haltung gegenüber Muslimen. Dagegen liegt der Vergleichswert in Frankreich, den Niederlanden, Portugal und Dänemark zwischen 36,7 und 33,5 Prozent. Die in Deutschland auffallend hohe ablehnende Haltung gilt - bei insgesamt geringeren Werten - auch für das Verhältnis zu Hindus, Buddhisten oder Juden. Mit Blick auf diese Religionsgruppen fällt das Ergebnis in Deutschland zwei bis drei Mal so hoch aus.

 

Pollack sprach von einem „rigideren und intoleranteren Verständnis fremder Religionen“ in Deutschland. Die Deutschen seien auch weniger bereit, anderen Religionen gleiche Rechte zuzugestehen. Dazu passt, dass die Deutschen zu weit geringeren Teilen den Bau von Moscheen (zu 28,4 Prozent im Westen, 19,5 Prozent im Osten) oder Minaretten (18,1 bzw. 12,1 Prozent) befürworten. In den anderen Ländern liegen die Werte beim Moscheebau zwischen 55 und 73 Prozent. Weniger als 5 Prozent der Deutschen, aber mehr als 20 Prozent der Dänen, Franzosen und Niederländer halten der Studie zufolge den Islam für tolerant.

 

Obwohl diese europäischen Nachbarn heftige Konflikte mit ihrer muslimischen Minderheit erlebten, habe eine klare Mehrheit dort ein positives Bild von Muslimen. In den alten Bundesländern denken dagegen nur 34 Prozent positiv über Muslime, in Ostdeutschland 26 Prozent. Pollack verwies am Beispiel der Niederlande darauf, dass die frühen Debatten um populistische Politik das Land insgesamt zu einem stärkeren Nachdenken gebracht hätten. Das gelte auch für Frankreich.

 

Nach Erkenntnissen der Wissenschaftler ist es mit ausschlaggebend für die innere Haltung, ob Deutsche persönlich Muslime kennen. Damit erklärten sich auch die hohen Werte in Ostdeutschland bei der negativen Haltung zu Muslimen. Für die Erhebung befragte das Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid im Auftrag der Münsteraner Forscher je 1.000 Menschen in Ost- und in Westdeutschland, Dänemark, Frankreich, den Niederlanden und Portugal. Laut Pollack sind die Werte weitgehend repräsentativ.

 

(KNA - lklmkm-BD-1514.25XU-1)

 

 

 

 


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