interreligiöser Dialogchristlich-islamischer DialogKirche IslamChristentum Islam
CIBEDO
Über uns
Aktuelle Nachrichten
Nachrichtenarchiv
Archiv 2012
Archiv 2011
Archiv 2010
Kardinal: Angriffe werden christliches Zeugnis nicht stoppen
Aleviten als Glaubensrichtung in Österreich anerkannt
Mode für Allah  „I love my prophet“ - Zwischen Lifestyle und Koran
Jordanischer Prinz will Anti-Terror-Konferenz in Mekka
Pallotiner und interreligiöser Dialog
Rund 80 Prozent aller religiös Verfolgten weltweit sind Christen
Indonesien: Islamischer Fundamentalismus wird stärker
Erzbischof Zollitsch würdigt Film über Trappistenmärtyrer in Algerien
Bundesinnenminister de Maiziere trifft erstmals Imame
Hitzige Debatte über Blasphemiegesetz in Pakistan
Thierse: Religionsfreier Staat vertritt säkularen Humanismus
Neues Graduiertenkolleg für Islamische Theologie
Wowereit: Interreligiösen Dialog verstärken
Böhmer fordert Bildungsoffensive für Migranten
Studie: Deutsche haben schlechtes Bild von Muslimen
Soziologe Nassehi: Migrationsprobleme nicht im Islam begründet
Rückblick auf die Tagung „Dem Menschen dienen“
Christen, Juden und Muslime erklären gemeinsam: Kein politisches, religiöses oder weltanschauliches Ziel rechtfertigt Terroranschläge
„Bessere Integration durch Bildung“  Muslimische Verbände befassen sich mit Bertelsmann-Studie
Tagung: Dem Menschen dienen. Spiritualität und Bildung
Kardinal Kasper: Not der Christen in islamischen Ländern wächst
Vatikan und muslimische Gelehrte gemeinsam für Religionsfreiheit
Obama wirbt in Jakarta für Verständnis zwischen Religionen
Vatikan: Kolloquium in Teheran
Islam-Institut ehrt Persönlichkeiten für Religions-Dialog
Schröder kritisiert Deutschenfeindlichkeit junger Muslime
Böckenförde widerspricht Wulff in Islamdebatte
Theologe Valentin: Islam hat Europa kaum etwas gegeben
Erzbischof Koch: Politik hat Ängste vor Islam ignoriert
Experten: Religionsfreiheit ist unabdingbar für Demokratie
Bischof Paul Hinder über die Lage der Kirche in Arabien
Alois Glück zur Auseinandersetzung um Islam und Integration
NRW-Integrationsminister unterstützt Islamschulgegner
Imame von deutschen Unis als Brückenbauer
Islamische Studien: Zuschlag für Tübingen und Münster/Osnabrück
Islamexperte Vöcking hält Integrationsdebatte für verspätet
Islamexperte Vöcking: Islamverbände arbeiten gegen Integration
Ein Interview mit Dr. Peter Hünseler (Christlich-Islamische Begegnungs- und Dokumentationsstelle): Zur aktuellen Zuwanderungsdebatte (11.10.2010)
Uni: Land unterstützt Aufbau von Islam-Zentrum in Münster
Schick: Gemeinsam für Religionsfreiheit eintreten
Vatikan: Koranverbrennung wäre „abscheuliche Geste“
Bundesverwaltungsgericht entscheidet über Gebet in Schulen
Özkan fordert Muslime zum Dialog auf
De Maiziere: Muslimischer Glaube ist kein Integrationshindernis
Vatikan: Nein zu Koran-Verbrennung
ZDF-Doku wirft differenzierten Blick auf den Islam
Botschaften zum Ende des Ramadan  und christlich-islamischer Dialog
Vatikan begrüßt türkisches Entgegenkommen im Kirchenstreit
Hessischer Verdienstorden für Dr. Guido Amend
Katholische Kirche fördert ausländische Studierende und Wissenschaftler mit rund sechs Millionen Euro
Özkan beruft sich bei Vereidigung auf Gott
Türkei/D: Merkels Moscheebesuch
Ein „Weißer Vater“ macht seinem Orden alle Ehren
Vatikan zum Tod Tantawis: „Einen Freund verloren“
Neue Konflikte zwischen Muslimen und Christen in Nigeria
Erste Anwaltskanzlei Schottlands bietet Scharia-Beratung
Islamisches Magazin entschuldigt sich für Hostienentweihung
Muslime stellen Mitarbeit an Islamkonferenz infrage
Ägypten/Vatikan: Aufklärung über Religion
Laschet fordert Runden Tisch der Muslime für Religionsunterricht
Bischöfe Südosteuropas fordern Dialog mit anderen Religionen
Vatikan und Muslime plädieren für religiöse Gleichberechtigung
Der Vorsitzende des Islamrats, Ali Kizilkaya, hat sich für ein Verbleib von Kreuzen in deutschen Gerichtsälen ausgesprochen
Eine christliche Kirche für Tarsus (Südtürkei)
Imamausbildung an deutschen Universitäten
Eine Vorreiterin im Dialog - Dekha Ibrahim Abdi erhält Hessischen Friedenspreis
Archiv 2009
Archiv 2008
Archiv 2007
Archiv 2006
Archiv 2005
Bibliothek
Eigene Publikationen
Buchempfehlungen
Themenschwerpunkte
Pastorale Fragen
Tagungen
Stellenausschreibungen
Links
FAQ
Intern






  Ein Interview mit Dr. Peter Hünseler (Christlich-Islamische Begegnungs- und Dokumentationsstelle): Zur aktuellen Zuwanderungsdebatte (11.10.2010)

Vizekonsul Orçun Başaran; Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst, Generalkonsul Ilhan Saygili (v. li.)

Dr. Peter Huenseler

Ein Interview mit Dr. Peter Hünseler (Christlich-Islamische Begegnungs- und Dokumentationsstelle): Zur aktuellen Zuwanderungsdebatte (11.10.2010)

 

 

Weniger ein Problem der Religionen

 

Bischofskonferenz-Beauftragter zur laufenden Integrationsdebatte

 

„Wir brauchen Zuwanderung“, sagt Peter Hünseler, Leiter der CIBEDO, der Fachstelle der Deutschen Bischofskonferenz für den Dialog zwischen Christentum und Islam, „nur anders gesteuert“. Wie und seinen Eindruck der laufenden Debatte, erklärt der Islamwissenschaftler im Interview mit domradio.de.

 

domradio.de: Die Integrationsdebatte spitzt sich immer weiter zu - Ist das denn der Diskussion zuträglich?

 

Hünseler: Dass die Integrationsdebatte so ufer- und ziellos läuft, hat sicherlich auch damit zu tun, dass in den letzten Jahren hier keine konsequente Integrationspolitik betrieben worden ist. Oder recht wenig. Man hat die Dinge meistens sich selbst überlassen. Und nun ist eben in der Bevölkerung der Eindruck entstanden, hier ist überhaupt nichts getan worden, die Probleme wachsen uns über den Kopf und die Politik reagiert nicht. Deshalb gewinnt diese Debatte inzwischen eine Schärfe und einen Ton, die eigentlich der Sache nicht angemessen sind.

 

domradio.de: Wirkt eine polemisch geführte Debatte wie diese auf qualifizierte Einwanderer nicht eher abschreckend?

 

Hünseler: Wenn sie sie überhaupt wahrnehmen, dann wirkt das auf jeden Fall abschreckend. Wer sollte nach Deutschland kommen als hochgebildeter IT-Spezialist, als Arzt oder Forscher, wenn man hier die Ablehnung spürt, die ja generell dem Islam und generell muslimischen Einwanderern entgegengebracht wird.

 

domradio.de: Sie haben lange im arabischen Kulturkreis gelebt, warum meinen Sie, dass das Zusammenleben mit muslimischen Einwanderern als derart schwierig wahrgenommen wird?

 

Hünseler: Der Hauptgrund, warum wir hier in Deutschland Probleme mit muslimischen Einwanderern haben, liegt nicht so sehr am Islam, sondern an den durchaus vom Islam geprägten lokalen Traditionen der Länder, aus denen diese Einwanderer kommen. Und an deren Bildungsstand. Wir haben in Deutschland vorwiegend damals türkische Gastarbeiter angeworben, die zum Teil nicht mal lesen und schreiben konnten, die nicht Deutsch konnten, die aus Gebieten kamen, in denen die Bildungsstandards sehr niedrig waren. Das wurde auch gar nicht abgefragt. Heute haben sich diese Menschen entschlossen, ganz in der Bundesrepublik zu bleiben. Und der größte Teil dieses Problems ist ein kulturelles. Und ein soziales Problem, ein Schichtenproblem. Weniger ein Problem zwischen dem Islam und dem Christentum.

 

domradio.de: Sie sprechen ja öfters mit Muslimen - wie erleben die denn die Debatte, die derzeit in Deutschland an der Tagesordnung ist?

 

Hünseler: Sehr unterschiedlich. Zum Teil bekommen sie sie gar nicht mit, weil sie sich gar nicht in die öffentliche Kommunikation in Deutschland einschalten. Sie lesen ihre türkischen oder arabischen Zeitungen, hören ihr Radio und gucken ihr Fernsehen. Dort wird auch am Rande darüber berichtet, aber nicht sehr intensiv. Diejenigen, die das hier mitbekommen, die sind schon verwundert und schütteln den Kopf. Es ist auch nicht so, dass die nun sagen, die Deutschen haben da völlig unrecht. Die sehen durchaus die Probleme, die da sind, hätten diese Probleme aber gerne etwas differenzierter diskutiert.

 

domradio.de: Herr Seehofer fordert keine Zuwanderung aus der Türkei oder arabischen Staaten. Nach welchen Kriterien sollte denn Zuwanderung in Deutschland stattfinden?

 

Hünseler: Wir haben gute Beispiele in der Welt. Länder wie die USA, Kanada (Lesen Sie auch: Vorbild Kanada) oder Australien nehmen nach wie vor Menschen auf und gucken sie sich genau an: Passen die in das Land hinein? Sprachlich, bildungsmäßig, mentalitätsmäßig. Haben sie Schwierigkeiten mit einer offenen, pluralen Gesellschaft? Oder kommen sie mit einem Weltbild an, was hier absolut nicht reinpasst? Das sind natürlich Kriterien. Wir müssen unsere Zuwanderung steuern, nach inhaltlichen Kriterien, die wir jetzt nicht ganz neu erfinden müssen, die gibt es bereits in verschiedenen Ländern. Und wenn wir das tun, dann wird sich das auch ändern. Wir haben heute in der Bundesrepublik 44 Millionen Erwerbsfähige. Und es ist ausgerechnet, dass das, wenn wir keine Zuwanderung bekommen, 2050 nur 26 Millionen Erwerbsfähige haben. Wie damit eine Wirtschaft der Bundesrepublik Deutschland noch erfolgreich gefahren werden soll, kann einem nur schleierhaft sein. Wir brauchen Zuwanderung. Und wir müssen sie in Zukunft qualitativ steuern.

 

Das Gespräch führte Christian Schlegel.

 


Auf unserer Hauptseite finden Sie weitere Informationen zu den Themen interreligiöser Dialog und christlich islamischer Dialog.

 
Services im Überblick:


CIBEDO-Banner

Verlinken Sie Ihre Homepage mit cibedo.de.


Christlich-islamische Bibliothek

Durchsuchen Sie online unseren Bibliothekskatalog

CIBEDO-Beiträge ist die vierteljährliche Printveröffentlichung der CIBEDO

CIBEDO-Beiträge ist die vierteljährliche Printveröffentlichung der CIBEDO



Muslime fragen - Christen antworten

Unser Tipp: Muslime fragen - Christen antworten (Seite von C.W. Troll SJ)



CIBEDO Info-Flyer

Der CIBEDO Info-Flyer zum download (PDF)


 
CIBEDO - Arbeitsstelle der Deutschen Bischofskonferenz  ::  interreligiöser Dialog :: christlich islamischer Dialog ::  Balduinstr. 62  ::  60599 Frankfurt am Main :: Tel.: 069 / 726491  ::  Fax: 069 / 723052