Islamexperte: Mehr Toleranz zwischen Christen und Muslimen

Berlin (KNA) Zu mehr Toleranz im Zusammenleben von Christen und Muslimen in Deutschland ruft der Jesuit und Islamwissenschaftler Christian Troll auf. Der dabei entstehende Dialog könne „zur Profilierung der Religionen“ beitragen, sagte Troll in der Tageszeitung „Die Welt“ (Mittwoch). Die Eröffnung der größten Moschee Deutschlands am Samstag in Duisburg bezeichnete der Wissenschaftler als gutes Zeichen. Ein solcher Bau zeige, „dass unsere Gesellschaft frei und offen genug ist, dem Islam zu erlauben, aus den Hinterhöfen und Industriegeländen in unsere Mitte zu treten“. Anders als die Juden im 19. Jahrhundert hätten die Muslime hierzulande allerdings keine Emanzipation nötig, da sie vor dem Gesetz nie Bürger zweiter Klasse gewesen seien, betonte Troll. Zugleich wies der Jesuit, der auch der Unterkommission für den interreligiösen Dialog der Deutschen Bischofskonferenz angehört, den Vorwurf zurück, die christlichen Kirchen gingen zu lax mit dem Islam um. Jede Religion habe das Recht, einzuladen, ihre Wahrheit zu glauben. „Wir können nicht den Umgang mit Christen in anderen Ländern verurteilen und gleichzeitig die Muslime hierzulande nicht akzeptieren“, so Troll.

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