„Interreligiöser Dialog ist Chance und Notwendigkeit“

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 Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst
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Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst (Limburg) in der hessischen Staatskanzlei vereidigt
WIESBADEN / LIMBURG. – Wertevermittlung in einer Gesellschaft braucht eine Kooperation von Staat und Kirche. Das hat der neue Bischof von Limburg, Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst, bei seiner offiziellen Vereidigung in der hessischen Staatskanzlei in Wiesbaden am Donnerstag, 10. Januar, hervorgehoben. In Gegenwart des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch und des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck leistete er den Treueeid.
Um das nach seinen Worten „bewährte Miteinander von Staat und Kirche“ zu charakterisieren, verwendete der Bischof in seiner Ansprache das Bild einer Brücke, bei der zwei eigenständige Pfeiler eine Trasse tragen. Die balancierte Trennung der beiden Brückenköpfe garantiere eine Eigenständigkeit von Staat und Kirche, „die ein gemeinsames Bemühen um den Menschen trägt.“ Beide Partner hätten dabei den ganzen Menschen im Blick, es gebe keine Aufteilung, die die Kirche in der ausschließlichen Verantwortung für die überirdischen Belange des Menschen sieht, während der Staat seine alleinige Zuständigkeit in sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Angelegenheiten reklamiert, betonte Tebartz-van Elst, der am 20. Januar im Limburger Dom in sein Amt eingeführt wird.
Das Bewusstsein für Werte, die Befähigung zum Dialog und die Bereitschaft zur Barmherzigkeit nannte er als die drei Spuren auf der von Staat und Kirche zu tragenden Trasse gesellschaftlicher Verbundenheit. Er dankte für die Möglichkeiten der Kirche, im Religionsunterricht und in der Seelsorge in öffentlichen und institutionellen Bereichen Werte zu vermitteln, und erinnerte in diesem Zusammenhang an ein Wort des jüdischen Religionsphilosophen Abraham Joshua Heschel: „Die Menschheit wird nicht an einem Mangel an Kenntnissen sterben, sie könnte aber an einem Mangel an Wertebewusstsein zugrunde gehen.“
Als neue Herausforderung für Staat und Kirche bezeichnete Tebartz-van Elst die Integration ausländischer Mitbürger, die einen Dialog im wörtlichen Sinne notwendig mache. „Ich verstehe den interreligiösen Dialog, wie er uns gerade in den großstädtischen Lebenswelten von Frankfurt und Wiesbaden, aber auch zunehmend auf dem Land aufgegeben ist, als die Chance und Notwendigkeit zur Begegnung miteinander, aus der ein Interesse aneinander und eine Aufmerksamkeit füreinander wachsen kann“. Daran wolle er mitarbeiten - mit Respekt vor der Tradition der anderen und der treuen Achtung des eigenen Profils: „Denn Grenzüberschreitungen verletzen, Gesprächsinitiativen verbinden. Sympathie wächst, wo es Empathie gibt“
Eindringlich formulierte der neue Limburger Bischof die Anwaltschaft der Kirche für die Armen und die Solidarität mit den Schwachen. Wo es Menschen an Arbeit, Bildung, Heimat und der Förderung ihrer Gesundheit mangele, „ist der Platz der Kirche nach dem Evangelium an der Seite derer, die alleine da stehen.“ Weil es das Anliegen des Staates sei, den sozialen Frieden zu gewährleisten, sehe er in diesem Bereich viele Möglichkeiten guter Koordination und Kooperation.
„Auf Gott zu verweisen und unserer Gesellschaft den Zuspruch und Anspruch des Evangeliums zu verkünden, ist mein Dienst“, bekundete er und schloss seine Rede mit den Worten: „Ich freue mich auf unsere Zusammenarbeit, indem ich sage: Gott segne Hessen und Rheinland-Pfalz.“
Quelle: Bistum Limburg
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