Religiöse Spannungen in Nigeria dauern an - Kathedrale umstellt

KNA 31.08.2011
Abuja (KNA) In der zentralnigerianischen Stadt Jos haben am frühen Dienstagnachmittag muslimische Jugendliche die katholische Kathedrale umstellt. Aus Angst vor den Angreifern hätten sich viele Christen in die Kirche geflüchtet und würden dort zur Stunde ausharren, sagte der Koordinator des
kirchlichen Komitees für Gerechtigkeit, Entwicklung und Frieden, Anthony Fom, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).
Auch in anderen Teilen der Stadt halten die Ausschreitungen an. Nach Informationen des Kirchenmitarbeiters gibt es vor allem im Zentrum weitere Zusammenstöße. Das Militär versuche die Lage auch mit Gewalt unter Kontrolle zu bringen. Immer wieder seien Schüsse zu hören. „Im Süden der Stadt, wo überwiegend Christen leben, ist es derzeit allerdings ruhig“, sagte
Fom.
Am Montag waren bei Krawallen zwischen jungen Christen und Muslimen nach Medienberichten mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen. Der Konflikt brach aus, als Moscheebesucher und christliche Jugendliche am letzten Tag des islamischen Fastenmonats Ramadan aneinandergerieten.
Die Universitätsklinik von Jos meldete 50 Verletzte. Jos war im Dezember Schauplatz blutiger Anschläge. Durch mehrere Bomben kamen mehr als 80 Menschen ums Leben. Im Nordosten des Landes wurden zudem zwei Kirchen überfallen und mehrere Christen getötet. Die militante Islamistengruppe
Boko Haram bekannte sich zu den Attentaten. Vergangenen Freitag starben bei einem Selbstmordanschlag auf das UN-Gebäude in der nigerianischen Hauptstadt Abuja 23 Menschen. Auch zu dieser Tat bekannte sich Boko Haram.
(KNA - llksnk-bd-1517.02je-1)

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