Hans-Gert Pöttering im Irak: „Mehr Schutz für Christen“

KNA 30.08.2011
Berlin (KNA) Der Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS), Hans-Gert Pöttering, hat von der EU und den USA einen größeren Einsatz zum Schutz der Christen im Irak gefordert. Ihre Zukunft sei stark gefährdet, mahnte der ehemalige Präsident des Europaparlaments am Montag anlässlich seines dreitägigen Besuchs in der Region Kurdistan-Irak. Alle am Aufbau des Landes beteiligten Kräfte müssten „den Druck auf die irakische Regierung erhöhen, so dass die Menschen ihre Religion frei ausüben können“.
Wie die KAS in Berlin mitteilte, sprach Pöttering bei seinem Aufenthalt in Erbil, der kurdischen Hauptstadt im Norden des Iraks, mit Vertretern der christlichen Kirchen, darunter mit Erzbischof Bashar Matte Warda, sowie Bischof Rabban al Qas aus Amadiya, an der Grenze zur Türkei. Pöttering schlug vor, Partnerschaften zwischen deutschen und irakischen Diözesen aufzubauen, um die Christen im Irak zu unterstützen und zu ermutigen, im Land zu bleiben und weiterhin für die freie Ausübung ihrer Religion einzutreten.
Pöttering erinnerte daran, dass im Jahr 2002, vor Beginn des letzten Irak-Kriegs, noch knapp 900.000 Christen im Irak lebten und ihre Zahl bis heute auf etwa 300.000 gesunken sei. Vor allem aus dem Süden des Landes, besonders aus der Hauptstadt Bagdad, flöhen Christen aus Angst um ihre Familien in die Region Kurdistan oder sie verließen den Irak.
Der KAS-Vorsitzende äußerte seine Anerkennung gegenüber den Kurden, dass sie Zehntausenden aus dem Süden geflohenen Christen eine neue sichere Heimat im Norden des Iraks ermöglichen. „Von der Vielfalt der Religionen und dem Umgang mit Minderheiten können letztlich auch die Muslime im Land profitieren, schließlich erfordert auch das Zusammenleben der verschiedenen muslimischen Glaubensrichtungen, von Sunniten und Schiiten ein hohes Maß an Toleranz“, so Pöttering.
(KNA - llksmt-bd-1050.44ge-1)

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