Islamorganisation: Begriff islamistischer Terror nicht verwenden

KNA 08.12.2011
Köln (KNA) Die islamische Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG) protestiert gegen die Verwendung des Begriffs „islamistischer Terror“. Die Bezeichnung beleidige und stelle „alle Muslime unter Generalverdacht“, heißt es in einer am Mittwoch in Köln veröffentlichten Erklärung der IGMG. Dies habe auch der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) deutlich gemacht. Die türkisch-nationalistische Vereinigung Milli Görüs ist mit etwa 30.000 Mitgliedern eine der größten islamischen Organisationen in Deutschland.
Wenn Begriffe wie Terror und Islam oft genug „derart miteinander vermengt gebraucht“ würden, sei es nicht verwunderlich, wenn die Bevölkerung Terror automatisch mit Islam assoziiere, hieß es. Angesichts vermehrter Anschläge auf muslimische Einrichtungen und Personen sollten sich die Beteiligten fragen, „ob solche Begrifflichkeiten nicht mitunter den Nährboden für Rechtsextremismus bereiten und die Gewaltbereitschaft gegen Muslime fördern“.
Es sei grob fahrlässig, „4,5 Millionen Muslime in Deutschland zu Feindbildern zu degradieren“, so die IGMG. Auch sollten Sicherheitsbehörden die Verwendung von Begriffen wie Islamismus und islamistischer Terrorismus einstellen. Nicht zuletzt rechtfertigten diese Termini eine „präventive Bekämpfung der muslimischen Religiosität an sich“. Daneben ermöglichten sie durch permanente Gefahrassoziierung, dass Muslime von der gesellschaftlichen Mitte getrennt würden.
(KNA - lllmkr-bd-1351.11qo-1)

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