Politiker und Kirchenvertreter verurteilen Anschläge in Nigeria

KNA 28.12.2011
Berlin (KNA) Die Bombenattentate auf mehrere Kirchen in Nigeria haben auch in Deutschland Entsetzen und Empörung ausgelöst. Bundespräsident Christian Wulff und Außenminister Guido Westerwelle (FDP) verurteilten die Anschläge. Wulff erklärte, die „feige Gewalt“ sei nicht durch Religion gedeckt. Westerwelle forderte die Menschen auf, sich Terrorismus, Gewalt und Unterdrückung überall zu widersetzen. Für die katholische Kirche in Deutschland sprach der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch von einem grausamen Vorgehen und rief zum Gebet für die Opfer und für eine friedliche Lösung der Konflikte in Nigeria auf.
Zu den Bombenanschlägen am ersten Weihnachtsfeiertag hatte sich die islamistische Gruppe „Boko Haram“ bekannt. Bei den Angriffen auf mehrere christliche Kirchen kamen Medienberichten zufolge über 40 Menschen ums Leben. Boko Haram bedeutet übersetzt „Westliche Bildung ist Sünde“. Die Mitglieder der Gruppe wollen einen radikalislamischen Gottesstaat in Nigeria errichten. Fachleuten zufolge ist der Rückhalt für die Extremisten in dem mit 150 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichsten Land Afrikas allerdings gering.
Auch der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünenfraktion im Bundestag, Volker Beck, und der Unionsfraktionsvorsitzende Volker Kauder (CDU) verurteilten die Anschläge. Kauder sagte, er wolle UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon auffordern, die Vollversammlung der Vereinten Nationen mit dem Thema Christenverfolgung zu befassen. Die FDP-Afrika-Expertin Marina Schuster mahnte unterdessen, die lange bestehenden politischen und ökonomischen Spannungen zwischen dem Norden und Süden Nigerias aufzuarbeiten, um eine Eskalation des Konflikts zu verhindern.
(KNA - lllmmq-bd-1655.46ge-1)

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