Westerwelle: Islamisch-demokratische Parteien nicht fürchten

KNA 12.01.2012
Frankfurt (KNA) Die Veränderungen in der arabischen Welt sind nach Meinung von Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) auch mit ihren islamischen Vorzeichen als Chance zu begreifen. Politisch müsse die Verankerung demokratischer Strukturen angestrebt werden, schreibt Westerwelle in einem Gastbeitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Freitag). Kritikern, die eine Hinwendung zum politischen Islam fürchten, entgegnet er: „Islamische Orientierung bedeutet nicht per se rückwärtsgewandte, anti-moderne, anti-demokratische und unfreiheitliche Gesinnung.“
So wie es in Europa völlig selbstverständlich sei, dass es demokratische Parteien auf christlicher Grundlage gebe, so müsse es in den arabischen Ländern selbstverständlich islamischdemokratische Parteien geben: „Wir haben ein großes Interesse daran, dass sich das Leitbild islamisch-demokratischer Parteien verfestigt.“ Daher müsse man sie „nach Kräften unterstützen“, so Westerwelle. Weiter tritt er dafür ein, den Ländern im Umbruch mit Investitionen, Bildungspartnerschaften und offenen Märkten zu helfen. So könnten die Lebenschancen für die Menschen dort verbessert werden.
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