Schweizer Studie: Junge Muslime religiöser als Christen

KNA 20.09.2011
Zürich (KNA) Junge Muslime in der Schweiz sind im Vergleich zu gleichaltrigen Christen religiöser. Das berichtet die Neue Zürcher Zeitung (NZZ, Sonntag) unter Berufung auf eine Studie des Nationalfonds. Nur Angehörige von Freikirchen seien religiöser. Drei Viertel der Jugendlichen mit einem hinduistischen, muslimischen oder christlich-orthodoxen Hintergrund bezeichnen sich demnach als religiös.
Bei den gleichaltrigen Katholiken und Reformierten sagte das nur jeder Zweite von sich. Von den Muslimen, der größten Gruppe unter den Einwanderern, bezeichneten sich laut NZZ 16,4 Prozent als hoch religiös. Das seien viermal mehr als bei den reformierten (2,5 Prozent) und mehr als doppelt so viele wie bei den katholischen Jugendlichen (6,8 Prozent). Am meisten bezeichneten sich unter den Altersgenossen die Freikirchlichen als hoch religiös, nämlich 61,9 Prozent.
Muslimische Jugendliche mäßen der Religion in ihrem Alltagsleben deutlich mehr Bedeutung zu, schreibt die NZZ. Sie richteten die Bereiche Essen, Freizeitgestaltung, Liebesbeziehungen oder Sexualität stärker an religiösen Vorschriften aus. Die Mitautorin der Studie, Sabine Zehnder, sagte der Zeitung, eine starke Religiosität könne „sowohl Hilfe als auch Last“ sein. Sie könne einerseits Identität stiften und soziale Netzwerke schaffen.
Allerdings führten die unterschiedlichen Werthaltungen auch zu Konflikten mit der Gesellschaft. Menschen mit einem Migrationshintergrund hätten mehr um
gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Erfolg zu kämpfen und erhielten auch weniger Zugang zu Hilfsangeboten als Schweizer. Das führe zu mehr Schwierigkeiten mit der „psychischen Gesundheit“.
(KNA - llktls-bd-1555.53ro-1)

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