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  Bundesweit einmalige interreligiöse Schule geplant

Osnabrück (KNA) Das Bistum Osnabrück plant ein bundesweit einmaliges interreligiöses Schulprojekt. In Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde und islamischen Organisationen will die Diözese voraussichtlich ab 2011 in Osnabrück eine Grundschule für alle Religionen betreiben. Generalvikar Theo Paul sprach am Freitag bei der Bekanntgabe der Pläne von einem „historischen Tag“.

 

Die Osnabrücker Johannis-Grundschule ist derzeit noch eine Schule für „Schüler katholischen Bekenntnisses“ in Trägerschaft der Stadt. Angesichts der Tatsache, dass die Erfüllung der für Bekenntnisschulen vorgeschriebenen Quote von bis zu 80 Prozent katholischer Schüler immer schwieriger wird, entwickelte die Diözese die Idee zu einer „Schule der abrahamischen Religionen“ in Trägerschaft der Bistums-Schulstiftung in Zusammenarbeit mit Juden und Muslimen. Das Vorhaben, dem monatelange Gespräche mit Vertretern der Religionen vorausgingen, sei ein weiterer Schritt eines kirchlichen Lernprozesses, sagte der Generalvikar. „Wir bewegen uns damit wieder ein Stück weg von einer west- und eurozentrierten Sichtweise und hin zur Weltkirche.“

 

Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Osnabrück, Michael Grünberg, nannte das geplante Schulprojekt „die Fortsetzung des Dialoges zwischen den Religionen in der Stadt. Es wäre schön, wenn die Kinder das Erlernte in die Familien tragen.“ Der Vorsitzende des Rates der muslimischen Organisationen in Niedersachsen „Schura“, Avni Altiner, sprach von einem Signalcharakter des gemeinsamen Schulprojektes für ganz Deutschland. Zunächst muss die Stadt als derzeitiger Schulträger der Umwandlung der 1.000 Jahre alten Bekenntnisschule in eine Schule in freier Trägerschaft zustimmen, hieß es. Die Kostenfrage sei noch offen, erklärte der Leiter der Schulabteilung im Bischöflichen Generalvikariat, Winfried Verburg. Er nannte

eine zweizügige Schule mit rund 200 Kindern realistisch. Die Ganztagsschule werde allen Kindern im Stadtgebiet offen stehen. Der Religionsunterricht erfolge in der jeweiligen Konfession. Trotz des Verzichts auf interreligiösen Religionsunterricht sollen alle Bekenntnisse die jeweiligen Feste im Jahr gemeinsam erleben.


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