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  Zollitsch wirbt in Nigeria um Vertrauen zwischen den Religionen

Abuja (KNA) Zum Abschluss seiner Nigeria-Reise wirbt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, um Dialog und Vertrauen zwischen den Religionen. Bei den jüngsten blutigen Konflikten dort handele es sich keineswegs um eine religiöse Gegnerschaft von Christen und Muslimen, betonte der Freiburger Erzbischof am Freitag im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

 

Dahinter stünden vielmehr politische Gegner, die versuchten, „die Religionen

zum Zündeln zu missbrauchen und ein Feuer zu schüren“. Im vertrauensvollen Dialog müssten Christen und Muslime versuchen, solche Instrumentalisierungen zu vermeiden. Als eines der Anliegen seiner Reise nannte Zollitsch, er habe in Nigeria für „Religionsfreiheit als grundlegendes Menschenrecht“ eintreten wollen, damit „alle Religionsgemeinschaften gemeinsam Brücken der Versöhnung bauen“ könnten. Dafür sei er „auf sehr bereite Gesprächspartner getroffen“. Etwa die Hälfte der Nigerianer ist muslimisch, 40 Prozent sind Christen. In den vergangenen Jahren haben Islamismus-Tendenzen stark zugenommen. Vor allem im muslimisch geprägten Norden des westafrikanischen Landes kommt es häufig zu Unruhen und Gewalt zwischen den Ethnien und gegen Kirchen und andere religiöse Stätten.

Zollitsch berichtete, in Kaduna im Zentrum des Landes habe seine Delegation einen Stadtteil besucht, wo der katholische Pfarrer umgebracht, sein Haus niedergebrannt und die Kirche zerstört worden sei. Die Erinnerung an solche schrecklichen Vorgänge sei wichtig, betonte der Bischofskonferenzvorsitzende. Noch wichtiger aber sei der Blick nach vorn. „So viele Menschen hier wünschen sich eine gemeinsame Zukunft von Christen und Muslimen“, so Zollitsch: „Es wäre eine Katastrophe für alle Völker, die hier leben, wenn das Land auseinanderbrechen würde.“ Der Erzbischof zeigte sich beeindruckend von der Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Nigerianer. Er habe eine sehr lebendige, junge Ortskirche angetroffen. Mehrfach hätten auch politische Vertreter das positive Wirken der Kirche als eine „Säule der Gesellschaft“ gewürdigt. Als Beispiele nannte Zollitsch die Arbeit der kirchlichen Hilfswerke missio und Misereor, zudem verwies er auf das kirchliche Engagement bei der Wahlbeobachtung oder für mehr soziale Gerechtigkeit im Land. Die Deutschen forderte er auf, weiter Interesse an Afrika zu zeigen und konkrete Unterstützung zu leisten. Der Bischofskonferenzvorsitzende hat das bevölkerungsreichste Land Afrikas zehn Tage lang mit einer kirchlichen Delegation bereist. Erstmals berichtete er in einem Internet-Blog auf der Webseite der Bischofskonferenz laufend von einer solchen Auslandsreise.


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