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  Christliche Schülerinnen im Gazastreifen müssen Kopftuch tragen

Gaza/Jerusalem (KNA) Im Gazastreifen müssen seit Beginn dieses Schuljahres an staatlichen Schulen auch christliche Mädchen das muslimische Gewand mit dem Schleier tragen. Nach Auskunft des katholischen Pfarrers Jorge Hernandez betrifft ein entsprechendes neues Gesetz alle Mädchen ab dem Kindergartenalter, ohne Rücksicht auf deren Religionszugehörigkeit. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) protestierte am Freitag gegen die Order, die die islamistische Hamas-Regierung an alle staatlichen Schulen in dem Krisengebiet geschickt hatte. Nach Angaben des Pfarrers gilt der Beschluss „bislang nicht“ für die katholischen Schulen. Diese seien jedoch zu klein, um allen christlichen Kindern Platz zu bieten, sagte er der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Im Gazastreifen leben knapp 3.000 Christen unter 1,5 Millionen Muslimen. Sowohl die katholische Pfarrei als auch die Rosenkranz-Schwestern unterhalten eigene Bildungseinrichtungen, die jedoch überwiegend von Muslimen besucht werden. Für die christlichen Mädchen bedeute das Tragen des langen Mantels und des Schleiers ein ernsthaftes Problem, sagte Hernandez. Vor der Einschreibung in eine staatliche Schule müssten sie sich mit ihrer Kleidung vorstellen, damit diese auf Korrektheit geprüft werde. Erst dann werde ein christliches Mädchen zum Unterricht zugelassen. HRW berichtet von Fällen, in denen christliche Mädchen wegen mangelhafter Kleidung von Schulen verwiesen worden seien. Eine Schülerin sei vor ihren Mitschülern von einem Erzieher geohrfeigt worden. Es handele sich nicht nur um Angriffe auf die Religionsfreiheit, sondern auch um sexuelle Diskriminierung, so die Menschenrechtler. In einem beliebten arabischen Blog war nach Auskunft des Pfarrers in den vergangenen Wochen ein Artikel erschienen, der die Kopftuchpflicht auch für die kirchlichen Schulen im Gaza-Streifen forderte.

 

Nach Protesten der Kirche sei der Artikel aus dem Netz genommen worden, habe bis dahin jedoch für einige Unruhe unter den Christen gesorgt, so der argentinische Priester. Die Hamas-Regierung im Gazastreifen hat diesen Sommer laut HRW eine „Tugend-Kampagne“ gestartet. Augenzeugen zufolge überprüfe die Polizei Paare auf der Straße, um festzustellen, ob sie in einem Verwandtschaftsverhältnis stehen. Nach Vorstellung der Islamisten sei es einer Frau verboten, mit Männern außerhalb ihrer Verwandtschaft Kontakt zu haben.


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