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  Türkei nennt Bedingungen für Wiedereröffnung von Priesterseminar

Brüssel (KNA) Die Türkei macht die Wiedereröffnung des griechisch-orthodoxen Priesterseminars Chalki offenbar von einer besseren Behandlung der türkischen Minderheit in Griechenland abhängig. Zwar gebe es zwischen beiden Problemen keine direkte Wechselwirkung, sagte der türkische EUMinister Egemen Bagis am Donnerstag in Brüssel. Allerdings wäre es gut, wenn beide Fragen gleichzeitig gelöst werden könnten. Die griechisch-orthodoxen Bürger in der Türkei hätten die gleichen Rechte wie alle anderen auch, sagte Bagis. Sie zahlten ihre Steuern, leisteten den Wehrdienst und sie würden umgekehrt von den Behörden behandelt wie andere Mitbürger.

 

„Die griechische Regierung sollte versuchen, der türkischen Minderheit im Land die gleichen Rechte zu gewähren.“ Das Problem des Priesterseminars könne gelöst werden, wenn auf beiden Seiten guter Wille vorhanden sei, so der Minister. Er äußerte die Hoffnung, die guten Beziehungen zwischen dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan und seinem griechischen Amtskollegen Konstantin Karamanlis könnten dazu beitragen, eine Lösung zu finden. Die türkischen Behörden hatten das Priesterseminar Chalki 1971 im Zuge eines Verbotes privater Hochschulen in der Türkei geschlossen. Während private Universitäten wieder erlaubt und verbreitet sind, bleibt Chalki bisher geschlossen. Eine Wiedereröffnung des Seminars zählt zu den Forderungen der Europäischen Union an die Türkei. Wegen der fortdauernden Schließung sieht sich das Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel in seiner Existenz bedroht. Nach türkischen Vorschriften darf das Patriarchenamt nur von einem türkischen Staatsbürger bekleidet werden, der zudem in Istanbul leben muss. Weil das Priesterseminar des Patriarchats seit 1971 geschlossen ist, kann seither kein geistlicher Nachwuchs mehr ausgebildet werden.

 

Bagis stellte in Aussicht, die Türkei werde strengere Antidiskriminierungsregeln beschließen, um sich EU-Standards anzupassen. Der politische Wille dazu sei vorhanden, sagte der Minister unter Hinweis auf eine dazu eingesetzte Arbeitsgruppe von Innen-, Justiz, Außen- und EU-Ministerium. Mit Blick auf jüngste Morde an Homosexuellen erklärte er, solche Verbrechen könnten nicht hingenommen werden. Er verwies zugleich darauf, dass die Türkei in den vergangenen Jahren bereits große Anstrengungen zum Schutz von Minderheiten unternommen habe. Dies gelte etwa für die Kurden, für die es inzwischen etwa eigene Rundfunk- und Fernsehprogramme gebe. (KNA - ktkqmp-BD-0927.40YU-1)


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