Muslime in Deutschland: Teil I: Von der Wahrnehmung zur Begegnung

Glauben und Handeln – was verbindet, was unterscheidet Muslime und Christen? Unterschiede in den Gemeinsamkeiten des islamischen und christlichen Glaubens
Der Weg zum Heil
(214) In einem Vergleich der Grundstruktur der beiden Religionen nimmt der Koran als geschriebenes Wort Gottes im Islam die Stelle ein, an der im Christentum die Person Jesu als das Mensch gewordene Wort Gottes steht. Dies hat seine Auswirkungen im Blick auf das, was Christen Nachfolge nennen. Während für diese Jesus Christus der Weg ist, dem sie folgen, besteht der für die Muslime zu befolgende „Gerade Weg“ (Sure 1, 6) vor allem im Gehorsam gegenüber den Weisungen des Koran, die Muhammad, „der Prophet“, als Gottes Willen verkündet und in seinem Leben in nachahmenswerter Weise umgesetzt hat. Der Koran ist dann für den Muslim die sichere Richtschnur für sein Handeln, er prägt das Verständnis von Gott, Mensch und Welt. Muhammads Leben stellt als „schönes Modell“ (Sure 33, 22) die erste und authentische Auslegung des Koran dar. (215) Der Gotteswille kann nach herkömmlicher islamischer Auffassung nur innerhalb der islamischen Glaubensgemeinschaft voll verwirklicht werden, zu deren Auftrag es nach traditioneller Auffassung gehört, die gottgewollte Weltordnung zum Tragen zu bringen. Insofern begriff man vor allem in der älteren islamischen Geschichte die islamische umma stets auch als politisch verfasste Heilsgemeinschaft.
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Entnommen aus der Arbeitshilfe des Sekretariats der Deutschen Bischofskonferenz "Christen und Muslime in Deutschland" vom 23. September 2003.
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