Muslime in Deutschland: Teil I: Von der Wahrnehmung zur Begegnung

Glauben und Handeln – was verbindet, was unterscheidet Muslime und Christen? Islamische Reaktion auf die Grundaussagen des christlichen Glaubens
Der Auftrag der islamischen Glaubensgemeinschaft
(208) Nach der Sendung Muhammads im 7. Jahrhundert nach Christus wirkt Gott nach islamischer Auffassung durch die Gemeinschaft der Muslime, die umma. Muhammad wusste sich beauftragt, die Araber auf den rechten Weg zurückzurufen, so wie andere Propheten vor ihm zu anderen Völkerschaften gesandt worden waren. Jedoch wurde ihm spätestens während der frühen Jahre in Medina klar, dass die damals noch kleine Gemeinschaft der muslimischen Gläubigen berufen war, alle Menschen zum Glauben an den einen Gott und seinen Propheten (i. e. Muhammad) und somit zur Mitgliedschaft der umma einzuladen sowie durch „das Befehlen des Guten und das Verbot des Verwerflichen“ (Sure 3, 104 u. a.) wo immer möglich dem Islam und damit der Herrschaft Gottes zum Sieg zu verhelfen (Sure 9, 33). Dieses Glaubensbewusstsein und der Auftrag, den es einschloss, fand rituell Ausdruck in der Änderung der Gebetsrichtung von Jerusalem hin auf die Ka’aba in Mekka und die Verkündigung des Islam als die einzige unverdorbene, reine Religion Abrahams (Sure 2, 124–145). In der Überzeugung, die wahre, letzte und an alle Menschen gesandte Religion zu sein, vollzog sich die Ausbreitung des Islam über die arabische Halbinsel hinaus. Jeden einzelnen Muslim sowie die Gemeinschaft der Muslime als „die beste Gemeinschaft unter den Menschen“ (Sure 3, 110) zeichnen diese Berufung und die damit gegebene Verantwortung aus.
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Entnommen aus der Arbeitshilfe des Sekretariats der Deutschen Bischofskonferenz "Christen und Muslime in Deutschland" vom 23. September 2003.
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