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  Muslime in Deutschland: Teil I: Von der Wahrnehmung zur Begegnung

Glauben und Handeln – was verbindet, was unterscheidet Muslime und Christen? Islamische Reaktion auf die Grundaussagen des christlichen Glaubens

 

Gott, Jesus von Nazareth und der Heilige Geist

 

 

(205) „Jesus, der Sohn Marias“ ist für die Muslime ein großer Prophet. Das Wunder seiner Zeugung ohne menschlichen Vater und andere Wunderzeichen bestätigen seinen prophetischen Anspruch. Die Aussagen über sein Lebensende sind nicht eindeutig, auf jeden Fall aber verneint der Koran Jesu Tod am Kreuz. Die Vorstellung, dass Gott einen seiner auserwählten Propheten der Schmach und dem Scheitern ausgesetzt habe, ist nicht mit der großen Aufgabe der Propheten zu vereinbaren. Wie verschieden von einander die zahlreichen muslimischen Auslegungen der Koranverse auch sein mögen, die von Jesu Kreuzigung sprechen, sie alle leugnen das Sterben Jesu am Kreuz. Jesu Wiederkunft ist unter Umständen, je nach Auslegung des entsprechenden Koranverses (vgl. Sure 43, Sure 61), ein Erkennungszeichen für den Beginn des Jüngsten Gerichts.

 

(206) Der christliche Glaube an die Dreieinigkeit Gottes ist das provokanteste Thema für die muslimischen Gesprächspartner. Der Koran fasst den Dreieinigkeitsglauben der Christen als eine Art Dreigötterlehre auf, die er konsequent und kategorisch verwirft. An verschiedenen Stellen des Koran (vgl. Sure 4, 171; Sure 5, 75 und 5, 116) wird erwähnt, dass Maria von den Christen als die dritte göttliche Person verehrt werde.

 

(207) Der Koran kennt einen „Geist der Heiligkeit“, der z. B. Jesus gestärkt habe (vgl. Sure 2, 87). Sure 16, 102 sagt: „Sprich: Herabgesandt hat ihn der Geist der Heiligkeit von deinem Herrn mit der Wahrheit, um diejenigen, die glauben zu festigen, und als Rechtleitung und Frohbotschaft für die Gottergebenen.“ Der Heilige Geist als dritte göttliche „Person“ kommt jedoch nicht in den Blick des Koran.

 

 

 

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Entnommen aus der Arbeitshilfe des Sekretariats der Deutschen Bischofskonferenz "Christen und Muslime in Deutschland" vom 23. September 2003. 

 

 

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