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  Muslime in Deutschland: Teil I: Von der Wahrnehmung zur Begegnung

Glauben und Handeln – was verbindet, was unterscheidet Muslime und Christen? Islamische Reaktion auf die Grundaussagen des christlichen Glaubens

 

Der Mensch: nicht Ebenbild, sondern verantwortlicher Sachwalter Gottes

 

 

(201) Im Einklang mit neueren Auslegungen von Sure 2, 30 sehen die meisten zeitgenössischen muslimischen Denker die Aufgabe des Menschen darin, als Stellvertreter Gottes, khalifat Allah, das Gesetz der Schöpfungsordnung zu achten und sich verantwortlich für den Respekt und die Gestaltung der Welt nach den Gott-gegebenen Gesetzen einzusetzen. Dazu bedarf es der Propheten, die immer wieder das Bewusstsein für diesen Auftrag des Schöpfers erneuern und sich selbst der aktiven Durchsetzung seines Willens zur Verfügung stellen. Zu der „Form“, die Gott in seiner Schöpfung für den Menschen vorgesehen hat, gehören einerseits allen Menschen gemeinsame, mit der Schöpfung gegebene Anlagen (vgl. Sure 30, 30), wie die zur aktiven Unterwerfung unter den einen Gott (al-islam), und andererseits individuelle Anlagen, wie etwa die männliche oder weibliche Geschlechtszugehörigkeit, bestimmte Begabungen usw. Freilich ist einzig der islamischen Gemeinschaft mit der auf Koran und Sunna basierenden Scharia die Gottes Willen voll entsprechende, islamische Lebensordnung geoffenbart worden. Die auf den Islam angelegte menschliche Natur findet allein in dieser Ordnung ihre authentische Deutung und Erfüllung. So erhellt, warum die Ordnung des idealen, islamischen Staates die Nichtmuslime den Muslimen unterordnet, und weshalb die Menschenrechtserklärungen von Muslimen – verglichen mit der Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen von 1948 – Einschränkungen für Nichtmuslime vorsehen.

 

(202) Wie die Bibel lehrt auch der Koran, dass Mann und Frau vor Gott dieselbe Würde besitzen. Was die Geschlechter voneinander vor Gott unterscheidet, ist einzig und allein ihr Glaube und das Maß ihrer Gottesfurcht. Aufgrund der Unterschiede in der biologischen Verfasstheit von Mann und Frau und der damit verbundenen unterschiedlichen Funktionen und Aufgaben von Mann und Frau im Leben von Familie und Gesellschaft bestimmt Gott im Koran die Rechte und Pflichten von Männern und Frauen in entsprechend unterschiedlicher Weise.

 

 

 

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Entnommen aus der Arbeitshilfe des Sekretariats der Deutschen Bischofskonferenz "Christen und Muslime in Deutschland" vom 23. September 2003. 

 

 

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