Muslime in Deutschland: Teil I: Von der Wahrnehmung zur Begegnung

Glauben und Handeln – was verbindet, was unterscheidet Muslime und Christen? Das Grundprofil des christlichen Glaubensbekenntnisses:
Die Kirche: „Zeichen und Werkzeug“ für Gottes Heil in der Welt
(198) In Jesus hat Gott nach christlicher Glaubensüberzeugung das Geheimnis seiner Liebe zum Heil der Menschen in unüberholbarer Tiefe und Endgültigkeit erschlossen. Die christliche Gemeinde, die sich im Namen Jesu versammelt, lebt aus diesem Geheimnis: sie feiert es in ihren Sakramenten; sie verkündet es auch öffentlich; sie bezeugt es in Werken der Liebe. So wird sie – wie es ihrer Sendung entspricht – zum „Zeichen und Werkzeug“ (Vaticanum II, Lumen Gentium, 1) für Gottes Heil in der Welt. Die Kirche bedarf aufgrund ihres Versagens aber auch immer neu der Umkehr und Versöhnung durch den Gott, dessen vergebende Liebe sie bekennt. Sie hat keinen Grund, sich selbst über andere zu erheben. Aber sie hat das, was ihr selbst von Gott geschenkt und anvertraut ist, dankbar in Tat und Wort zu bezeugen und alle Menschen zur Nachfolge Jesu in der Gemeinschaft der Kirche einzuladen. Dabei können die Christen auch anderen Religionsgemeinschaften, wie z. B. dem Islam, mit Achtung und kritischer Offenheit begegnen; denn einerseits ist Gottes Heilswirken nicht auf die Kirche beschränkt, und andererseits sind alle Religionen und Ideologien stets auch von Sünde und Depravation mitgezeichnet. Gerade wenn man die Tiefe der Liebe Gottes, wie sie in Jesus Christus offenbar geworden ist, bedenkt, wird man verstehen, dass Gottes Liebe nicht begrenzt ist, sondern durch den Heiligen Geist allen Menschen zugewandt und bei allen Menschen wirksam ist. Eine der vornehmsten Aufgaben der Kirche besteht darin, diese Weite und Universalität der Liebe Gottes zu bezeugen, für sie zu danken und so Gott zu verherrlichen (vgl. Eph 3,17–21).
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Entnommen aus der Arbeitshilfe des Sekretariats der Deutschen Bischofskonferenz "Christen und Muslime in Deutschland" vom 23. September 2003.
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