Muslime in Deutschland: Teil I: Von der Wahrnehmung zur Begegnung

Glauben und Handeln – was verbindet, was unterscheidet Muslime und Christen? Das Grundprofil des christlichen Glaubensbekenntnisses:
Gottes Geschichte mit dem Menschen
(191) Demgegenüber ist es christliche Glaubensüberzeugung, dass Gott sich selbst den Menschen mitteilt und sich in seiner Liebe selbst schenkt. Gott eröffnet Menschen Zugang zu sich selbst (vgl. Eph 3,12; Röm 5,2).
(192) „Gott hat in seiner Güte und Weisheit beschlossen, sich selbst zu offenbaren und das Geheimnis seines Willens kundzutun (vgl. Eph 1,9): dass die Menschen durch Christus, das fleischgewordene Wort, im Heiligen Geist Zugang zum Vater haben und teilhaftig werden der göttlichen Natur (vgl. Eph 2,18; 2 Petr 1,4). In dieser Offenbarung redet der unsichtbare Gott (vgl. Kol 1,15; 1 Tim 1,17) aus überströmender Liebe die Menschen an wie Freunde (vgl. Ex 33,11; Joh 15,14–15) und verkehrt mit ihnen (vgl. Bar 3,38), um sie in seine Gemeinschaft einzuladen und aufzunehmen.“[1]
(193) Gott will selbst den Menschen begegnen und bei ihnen wohnen. Er schließt mit Einzelnen und mit einem Volk einen Bund, um so alle Menschen in seine Gemeinschaft zu rufen. Er geht den Weg des Volkes in der Geschichte mit. Er lässt sich von der Untreue und der Sünde der Menschen zutiefst betreffen, aber er bleibt dabei seinen Verheißungen treu und ist immer neu bereit, Schuld zu vergeben. Gott lädt zu Umkehr und Versöhnung ein, so dass Leben wieder heil werden kann. Der Gemeinschaftswille Gottes wird wirksam und offenbar in Menschen, die von Gott angerufen werden und sich vertrauensvoll-gehorsam auf diesen Ruf einlassen. Indem etwa Mose im Vertrauen auf Gott das Volk in die Freiheit führt, wird darin Gott selbst als Befreier und Retter erkannt (vgl. z. B. Ps 77,14–21). Gott bleibt dabei verborgen, er ist menschlicher Verfügung und Berechnung entzogen; er wahrt seine Freiheit (vgl. z. B. Ex 33,18–23). Und doch ist er im geschichtlichen Handeln der Menschen als tragender Grund und vollendendes Ziel anwesend und macht sich so den Menschen zugänglich. Er gibt sich auf dem Weg der Geschichte immer neu zu erkennen und erschließt so im geschichtlichen Fortgang den Reichtum seiner unergründlichen Liebe.
[1] Vgl. Vaticanum II, Dei Verbum, 2.
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Entnommen aus der Arbeitshilfe des Sekretariats der Deutschen Bischofskonferenz "Christen und Muslime in Deutschland" vom 23. September 2003.
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