interreligiöser Dialogchristlich-islamischer DialogKirche IslamChristentum Islam
CIBEDO
Über uns
Aktuelle Nachrichten
Nachrichtenarchiv
Bibliothek
Eigene Publikationen
Buchempfehlungen
Themenschwerpunkte
Interreligiöses Gebet
Katholisch-Islamisches Forum
Muslime in Deutschland
Vorwort
Teil I: Von der Wahrnehmung zur Begegnung
Den Islam in Deutschland wahrnehmen
Glauben und Handeln - was verbindet, was unterscheidet Muslime und Christen?
Christen und Muslime in unserer Gesellschaft
Teil II: Einzelfragen
138 islamische Gelehrte
Moscheebau
Regensburger Rede
Pastorale Fragen
Tagungen
Links
FAQ
Intern






  Muslime in Deutschland: Teil I: Von der Wahrnehmung zur Begegnung

Glauben und Handeln – was verbindet, was unterscheidet Muslime und Christen? Islam als Glaube und Lebensordnung

 

Die Quellen des Islam als Glaubens- und Lebensordnung

 

 

(102) Das Fundament des Islam als Glaubens- und Lebensordnung ist der Koran. Das Wort Koran kommt von Qur’an. Das heißt wörtlich: Rezitation. Der Koran ist also Vortrag, vorgetragene Lesung. Er enthält nach islamischer Überzeugung nicht die Gedanken und die Weisheit eines Menschen, sondern die Offenbarungen Gottes, so wie sie dem Propheten Muhammad durch den Engel Dschibril (Gabriel) Wort für Wort vermittelt wurden.

 

In Sure 69, 38–46 sagt der Koran über sich selbst: „O nein, Ich schwöre bei dem, was ihr erblickt, und dem, was ihr nicht erblickt. Das ist die Rede eines edlen Gesandten, das ist nicht die Rede eines Dichters. Aber ihr seid ja so wenig gläubig. Das ist auch nicht die Rede eines Wahrsagers. Aber ihr bedenkt es ja so wenig. Es ist eine Herabsendung vom Herrn der Welten. Und hätte er sich gegen Uns einige Äußerungen selbst in den Mund gelegt, Wir hätten ihn gewiss an der Rechten gefasst und ihm dann die Herzader durchschnitten.“

 

(103) Der Koran wurde islamischer Überlieferung zufolge nicht auf einmal offenbart, sondern im Laufe von etwa 23 Jahren, teilweise als Antwort Gottes auf einen bestimmten Anlass hin. Auch ist der Wortlaut dieser Offenbarungen im Koran islamischer Glaubensauffassung zufolge bis heute völlig unverändert erhalten geblieben.

 

(104) Der Koran enthält eine erhebliche Anzahl von ethischen Normen, darüber hinaus Kultvorschriften und – obgleich er insgesamt kein Rechtskompendium ist – auch eine Reihe von Rechtssätzen. Die Traditionen (d. h. die Hadithe) werden herangezogen als Interpretationshilfen zu diesen Normen, in gewissen Zweifelsfällen und schließlich zur Gewinnung zusätzlicher Verhaltensmaßstäbe. Die Sunna des Propheten ist die Überlieferung darüber, wie er selbst als leuchtendes Beispiel den Islam verwirklichte. Sie ist festgehalten in den Hadithen. Dies sind Berichte über Aussprüche, Taten, Eigenschaften und stillschweigende Billigungen des Propheten.

 

(105) In Fragen der Glaubens- und Lebenspraxis, über die weder im Koran noch in der Sunna entschieden worden ist, kann sich schon in der islamischen Frühzeit ein „Konsensus“ (idschma) herausgebildet haben. Wenn die Prophetengefährten bzw. die frühesten Rechtsgelehrten in einer Frage Konsens erzielt haben, wird diese für spätere Rechtsgelehrte zu einer weiteren Quelle des islamischen Rechts.

 

(106) Findet sich zu einer Frage der islamischen Glaubens- und Lebensordnung in Koran und Sunna und auch in der Übereinkunft der Prophetengefährten kein ausdrückliches Gesetz, so kann durch Analogieschluss (qiyas) eine Verbindung zwischen ihr und einer in einer vergleichbaren Situation bereits gegebenen Antwort hergestellt werden. Voraussetzung dafür ist die Übereinstimmung beider Rechtsfragen durch die Begründung des Gesetzes bzw. die Absicht des Gesetzgebers. Die Schulen der Rechtsauslegung sind sich im Hinblick auf die Berechtigung zur Anwendung des Analogieschlusses nicht einig. Die Hanbaliten sehen in ihr die Gefahr, dass menschliche Ratio das göttliche Gesetz verfälschen könnte und lehnen den Analogieschluss daher weitgehend ab.

 

 

 

Zum vorherigen Unterabschnitt: Der Islam: Hingabe an Gott im Glauben

 

Zum nächsten Unterabschnitt:  Die Glaubensartikel

 

Zurück zur Übersicht


 

--------------------------------

Entnommen aus der Arbeitshilfe des Sekretariats der Deutschen Bischofskonferenz "Christen und Muslime in Deutschland" vom 23. September 2003. 

 

 

Zur Hauptseite mit den Themen interreligiöser Dialog und Christlich islamischer Dialog.

 
Services im Überblick:



CIBEDO-Beiträge ist die vierteljährliche Printveröffentlichung der CIBEDO





Durchsuchen Sie online unseren Bibliothekskatalog




Unser Tipp: Muslime fragen - Christen antworten (Seite von C.W. Troll SJ)





Der CIBEDO Info-Flyer zum download (PDF)


 
CIBEDO - Arbeitsstelle der Deutschen Bischofskonferenz  ::  interreligiöser Dialog :: christlich islamischer Dialog ::  Balduinstr. 62  ::  60599 Frankfurt am Main :: Tel.: 069 / 726491  ::  Fax: 069 / 723052