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  Führende Religionsvertreter fordern mehr Ehrlichkeit im Dialog

Köln (KNA) 16.11.2009. Führende christliche, jüdische und islamische Repräsentanten fordern eine Ausweitung des Dialogs zwischen den Religionen. Alle Gemeinschaften seien „zu einer neuen Ehrlichkeit im Dialog“ herausgefordert, heißt es in einer am Donnerstag in Köln verabschiedeten Erklärung des achten bundesweiten Tags der Religionen. Dazu gehöre die Bereitschaft, kritische Fragen zu hören und sich selbstkritisch zu prüfen. Für die katholische Kirche nahm Hamburgs Weihbischof Hans-Jochen Jaschke, als Beauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) der kurhessische Landesbischof Martin Hein und für die Muslime Burhan Kesici vom Islamrat teil.

 

Der nordrhein-westfälische Integrationsminister Armin Laschet (CDU) betonte bei einem Festakt am Abend, angesichts der Vielfalt der Religionen in der Einwanderungsgesellschaft Deutschland sei der Dialog wichtig. Integration umfasse aber mehr als religiöse Aspekte. Der Minister plädierte dafür,

mehr die Integrationserfolge von Zugewanderten in den Vordergrund zu stellen. Die öffentliche Debatte dürfe nicht mehr von vermeintlichen Integrationsdefiziten dominiert werden. Die Religionsvertreter wenden sich in der Erklärung gegen Überlegenheitsgehabe und Besserwisserei.

Ein Religionswechsel dürfe nicht durch Gewalt und Manipulation herbeigeführt werden. Alle Religionen müssten sich eindeutig für das Recht auf Religionsfreiheit einsetzen. Zudem solle weltweit die „Konfliktgeschichte zwischen den Religionen“ wie die Kreuzzüge, die „Türken vor Wien“ oder der

Kolonialismus aufgearbeitet werden. Als weitere Herausforderung für die interreligiöse Arbeit wird auch die Globalisierung bezeichnet. Statt um „bloße Gewinnmaximierung“ müsse es um Gerechtigkeit für die Schwächsten und Benachteiligten gehen.

 

Der Geschäftsführer des Runden Tisches der Religionen in Deutschland, Franz Brendle, sagte, von den Religionen müssten wesentliche Impulse für den Integrationsprozess ausgehen. Das vorgelegte Papier werde den landesweiten und regionalen Runden Tischen und anderen Initiativen vorgelegt. Die Thesen würden dann auf dem Ökumenischen Kirchentag 2010 in München in breiter Öffentlichkeit diskutiert.

 

Am Tag der Religionen nahmen auch Vertreter der orthodoxen Kirche, der Bahai, Kölns Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD) und Mitglieder des Kölner Rates der Religionen teil. Landesrabbiner Henry Brandt hatte wegen einer Erkrankung abgesagt. Der Tag der Religionen wird seit acht Jahren

in verschiedenen Städten Deutschlands durchgeführt. Veranstalter ist der Runde Tisch der Religionen in Deutschland mit Repräsentanten der großen Religionsgemeinschaften. Das Treffen soll 2010 in Würzburg stattfinden.


Auf unserer Hauptseite finden Sie weitere Informationen zu den Themen interreligiöser Dialog und christlich islamischer Dialog.

 
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