Türkei kritisiert Minarett-Entscheidung: Schande für Schweizer

Istanbul (KNA) Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan sieht in der Schweizer Entscheidung zum Bauverbot neuer Minarette einen „Ausdruck einer wachsenden rassistischen und faschistischen Haltung in Europa“. In einer Fraktionssitzung seiner AKP im türkischen Parlament sagte Erdogan am Dienstag, Religions- und Meinungsfreiheit seien Grundrechte der Menschheit, die nicht zur Abstimmung gestellt werden dürften. „Ebenso wie Antisemitismus ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist, so ist auch Islamophobie ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, sagte Erdogan. Der türkische Regierungschef rief alle Länder auf, gegen das Verbot aufzutreten. „Diese chauvinistische Haltung ist in diesem Zeitalter nicht zu rechtfertigen“, sagte er. Auch der türkische Staatspräsident Abdullah Gül deutete den Ausgang des Referendums als Beleg für eine im Westen grassierende Islamfeindlichkeit. Gül nannte die Entscheidung „eine Schande für die Schweizer“. Der türkische Kulturminister Ertugrul Günay meinte, Grundwerte wie die Religionsfreiheit dürften nicht zum Gegenstand einer Volksabstimmung gemacht werden. Am Sonntag hatte eine deutliche Mehrheit der Schweizer dafür gestimmt, in die Verfassung den Satz „Der Bau von Minaretten ist verboten“ einzufügen.

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