Vatikanzeitung zu Minarettverbot: Religion keine Privatsache

Vatikanstadt 02.12.2009 (KNA) Die Vatikanzeitung „Osservatore Romano“ hat am Dienstag eine Verbindung zwischen dem Schweizer Minarettverbot und dem Straßburger Kruzifix-Urteil hergestellt. Mit den Minaretten sei es wie mit den Kruzifixen: Religion könne keine Privatsache sein, schreibt das Blatt unter Hinweis auf entsprechende Äußerungen des Generalsekretärs der Schweizer Bischofskonferenz, Felix Gmür.
Der Chefredakteur des „Osservatore“ , Giovanni Maria Vian, hatte den Ausgang des Schweizer Referendums bereits am Montag in einem Interview mit der italienischen Tageszeitung „Corriere della sera“ bedauert. „Jesus hätte sich nicht so verhalten“, sagte Vian. Eine Instrumentalisierung der Religion habe stets „schlechte, giftige Früchte gebracht“. Jedoch müsse auch die katholische Kirche Selbstkritik üben. Ihr sei es nicht gelungen, die Wähler zur Zurückweisung des Minarettverbots zu bewegen.
Der Präsident des päpstlichen Migrantenrats, Erzbischof Antonio Maria Veglio, hatte das angestrebte Minarettverbot in der Schweiz in der vergangenen Woche als Behinderung der Religionsfreiheit kritisiert. Dies gelte auch dann, wenn dieses Recht nicht auf Gegenseitigkeit beruhe, sagte er mit Verweis auf islamische Staaten.

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