Muslime: Schweizer Referendum verstößt gegen Menschenrechte

Köln (KNA) Muslimische Verbände haben den Schweizer Volksentscheid gegen den Minarettbau als „Verstoß gegen die universellen Menschenrechte“ kritisiert. Mit einem Bauverbot für „notwendige Bestandteile von Gotteshäusern“ habe sich die Schweiz in ein demokratisches Abseits begeben, teilte der Koordinationsrat der Muslime (KRM) am Montag in Köln mit. KRM-Sprecher Bekir Alboga forderte Maßnahmen der EU, „um die Verbreitung der Islam- und Fremdenfeindlichkeit europaweit zu verhindern“. Auch Kirchen, Politik und die Massenmedien seien in der Pflicht. Der Dialogbeauftragte des Verbands der Islamischen Kulturzentren (VIKZ), Erol Pürlü, sagte: „Die Schweizer Urdemokraten haben sich mit dieser Abstimmung zu Undemokraten entwickelt.“ In einer Demokratie dürfe die Mehrheit die demokratischen Rechte einer religiösen Minderheit nicht beschneiden. Er kritisierte politische Stellungnahmen, die Verständnis für den Entscheid äußerten. Sie unterstützten „das Fortschreiten einer Islamophobie“. Das Schweizer Veto gegen den Bau von Minaretten wurde in Deutschland weithin kritisiert. Neben Muslimen warnten zahlreiche Vertreter von Politik und Kirchen vor negativen Folgen für den interreligiösen Dialog in Europa und für Christen in islamischen Ländern.

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