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  Schäuble zieht positive Bilanz der Islamkonferenz

Berlin (KNA) Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat eine positive Bilanz der Deutschen Islamkonferenz (DIK) gezogen. Sie habe Sprachlosigkeit und Distanz überwunden, sagte der Minister bei der vorerst letzten Sitzung am Donnerstag in Berlin. „Sie sind in unserer Mitte angekommen“, betonte er vor dem Plenum. Zugleich kündigte er eine Fortsetzung der Dialogplattform nach den Bundestagswahlen an.

 

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte die Konferenzteilnehmer am Morgen im Bundeskanzleramt empfangen. Die Plenarsitzung fand anschließend im Hamburger Bahnhof statt. Laut einer neuen Studie leben in Deutschland vier Millionen Muslime aus 49 Herkunftsländern. Knapp die Hälfte von ihnen sind deutsche Staatsbürger. Schäuble hatte die Konferenz zur besseren Integration der Muslime 2006 mit je 15 Vertretern von staatlicher und muslimischer Seite ins Leben gerufen. Die muslimischen Repräsentanten bekannten sich in einer Grundsatzerklärung zu Toleranz und Respekt für Andersgläubige und Menschen anderer Weltanschauung oder Lebensgestaltung. Für ein gedeihliches Zusammenleben sei nicht allein Gesetzestreue ausschlaggebend, sondern auch ein gesellschaftlicher Konsens über Verhaltensregeln im Alltag.

 

Als wesentliche Herausforderung für die Integration nannte Schäuble die Schulbildung. Wegweisend seien dabei Empfehlungen der Konferenz zum Umgang mit Konflikten an Schulen, zur Imamausbildung und zur Gründung von islamisch-theologischer Lehreinrichtungen. Der Minister begrüsste besonders, dass die Verbände im Gegensatz zu anderen Ländern, keine islamischen Sonderrechte oder eine religiöse Parallelgerichtsbarkeit anstrebten.

 

Bei der Frage eines bekenntnisgebundenen Religionsunterrichts an öffentlichen Schulen hielt Schäuble an den verfassungsrechtlichen Voraussetzungen fest. Hierzu müssten die Muslime in Deutschland aber unter sich klären, ob sie die notwendigen organisatorischen Voraussetzungen für eine Glaubensgemeinschaft schaffen wollten. Solange diese nicht der Fall sei, biete ein religionskundlicher Unterricht eine sinnvolle Alternative. (KNA - ktkqmp-BD-1237.09FE-1)


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