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  Studie: Mehr Muslime in Deutschland als bisher angenommen

Berlin (KNA) Der Islam in Deutschland ist vielfältiger und zahlenmäßig größer als bisher angenommen. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Dienstag vom Bundesinnenministerium im Vorfeld der Deutschen Islamkonferenz (DIK) veröffentlichte Umfrage unter 6.000 aus dem Ausland zugezogenen Personen über 16 Jahren. Demnach wohnen bis zu 4,3 Millionen Muslime in der Bundesrepublik. Sie stellen einen Bevölkerungsanteil von bis zu 5,2 Prozent. Bisher ging man offiziell von maximal 3,5 Millionen Muslimen aus. Laut Studie sind 45 Prozent deutsche Staatsangehörige, 55 Prozent haben eine ausländische Nationalität. Von ihnen stammen 2,5 Millionen aus der Türkei. Sie stellen mit 63,2 Prozent die größte Gruppe nach Herkunftsregion, gefolgt von Südosteuropa (13,6 Prozent), Naher Osten (8 Prozent) und Nordafrika (7 Prozent).

 

Dabei leben 98 Prozent aller Muslime in den alten Bundesländern einschließlich Ostberlin; jeder Dritte in Nordrhein-Westfalen. In Baden-Württemberg, Bayern und Hessen liegt der Anteil bei über 10 Prozent. Drei Viertel gehören den Sunniten und 7 Prozent den Schiiten an. 13 Prozent sind alevitischen Glaubens. Ein Drittel bezeichnet sich als „stark gläubig“ und die Hälfte als „eher gläubig“, wobei Männer wesentlich häufiger zu religiösen Veranstaltungen gehen. Besonders ausgeprägt ist die Religiosität bei türkischstämmigen und afrikanischen Muslimen. Mit Ausnahme der Muslime aus dem Iran und Zentralasien, halten sich die Muslime weithin an Speisevorschriften und Fastengebote, vor allem die Sunniten.

 

Das Kopftuchtragen ist vor allem bei Frauen in der ersten Zuwanderergeneration verbreitet, nämlich bei jeder Vierten. In der zweiten Generation sind es noch 17 Prozent. Und bis zu 10 Prozent muslimischer Schüler nehmen nicht an gemischtgeschlechtlichem Sportunterricht oder Klassenfahrten teil. Drei von vier Muslimen wünschen sich die Einführung eines islamischen Religionsunterrichts. Allerdings fühlen sich nur ein Viertel der Muslime ohne Einschränkung von den in der DIK präsenten großen islamischen Dach- und Spitzenverbänden vertreten. Bei der Integration sehen die Experten vor allem bei der sprachlichen und „strukturellen“ Eingliederung Defizite. Demgegenüber sei die soziale Integration besser als vielfach angenommen. Problematisch sei vor allem das niedrige Bildungsniveau. (KNA - ktkqmn-BD-1619.03SO-1)

 


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