Aus dem Pressebericht des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann, im Anschluss an die Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz vom 11. bis 14. Februar 2008 in Würzburg

Leitlinien für das Gebet bei Treffen von Christen, Juden und Muslimen – Erste Lesung der überarbeiteten Arbeitshilfe

Im Januar 2003 haben die deutschen Bischöfe erstmals „Leitlinien für multireligiöse Feiern von Christen, Juden und Muslimen“ als Handreichung für die Praxis veröffentlicht. Der Text sollte Verantwortlichen in der Praxis von Gemeinden, Schulen, Verbänden und Krankenhäusern einen Rahmen für interreligiöse Begegnungen an die Hand geben.
Während der vergangenen fünf Jahre wurden vielfältige Erfahrungen mit der Arbeitshilfe und im interreligiösen Gespräch gesammelt. Nicht zuletzt durch die Kontakte zwischen Papst Benedikt XVI. und Vertretern des Islam ist auch weltweit eine neue Phase des interreligiösen Dialogs angebrochen. Diese Erfahrungen sollen nun in eine erste Überarbeitung des Textes einfließen, bei der es insbesondere Präzisierungen und Aktualisierungen vorzunehmen gilt. So sind die Unterschiede der Beziehungen zwischen Christen und Juden einerseits und zwischen Christen und Muslimen andererseits noch genauer zu erfassen. Die verschiedenen Gottesbilder sowie die Unterschiede des Betens in den monotheistischen Religionen sollen stärker herausgehoben werden. Auf die missverständliche Formulierung „multireligiöse Feier“ wird verzichtet. Die genannten Anlässe machen den Ausnahmecharakter einer Begegnung im Gebet zwischen den Religionen deutlicher. Durchgängig vertreten wir die Auffassung, bei entsprechenden Anlässen solle nicht gemeinsam mit Vertretern anderer Religionen gebetet werden, wohl aber könne in ihrem Beisein jeder in seiner eigenen Tradition beten. Schließlich soll daran erinnert werden, dass vor Gebetstreffen, an denen Gläubige der drei monotheistischen Religionen teilnehmen, die zuständigen kirchlichen Autoritäten zu fragen sind. Der Frage der Einrichtung und Gestaltung von Gebetsräumen für die verschiedenen Religionen in Schulen, Krankenhäusern und anderen öffentlichen Gebäuden soll möglichst bald eine eigene Untersuchung und Beratung gewidmet werden.
Die Vollversammlung hat sich in erster Lesung mit einer solchen Überarbeitung der Arbeitshilfe soll, befasst. Sie ist unter Federführung unserer Glaubenskommission bei Beteiligung der Unterkommissionen für den interreligiösen Dialog sowie für die religiösen Beziehungen zum Judentum erarbeitet worden. Nach einer zweiten Lesung im Sommer werden die überarbeiteten Leitlinien als Arbeitshilfe unter dem Titel „Leitlinien für das Gebet bei Treffen von Christen, Juden und Muslimen“ der Deutschen Bischofskonferenz veröffentlicht.

Startseite - Aktuelles - Moscheebau
