Kardinal Jean-Louis Tauran wird Präsident des päpstlichen Rates für den interreligiösen Dialog
Der 64-jährige französische Kurienkardinal und vatikanischer Spitzendiplomat ist der Nachfolger von Kardinal Paul Poupard, der das Dikasterium seit März 2006 in Personalunion mit dem Kulturrat geleitet hatte. Beobachter werten die Berufung Taurans als Aufwertung des vatikanischen Dialog-Ministeriums, das auch für Gespräche mit dem Islam verantwortlich ist. Hier kann Tauran auf seine Erfahrungen als langjähriger Nuntius im Libanon zurück greifen.
Kardinal Tauran erklärte in einem ersten Gespräch mit Radio Vatikan, Papst Benedikt habe die Entscheidung für die Wiederaufwertung des Dialogrates auf seiner Reise letzten Dezember in die Türkei getroffen.
„Ich glaube, das ist ein Zeichen für die Bedeutung, die der Papst dem Dialog mit anderen Religionen und vor allem mit dem Islam beimisst. Er wollte, dass dieser Rat seine Autonomie wiedergewinnt, um ein effizienteres Werkzeug in diesem Religions-Gespräch zu sein... Ich glaube, (die Debatte um die Regensburger Rede) hat eine entscheidende Rolle gespielt, denn dank diesen Reaktionen konnte der Papst sein Denken deutlicher erklären, und wenn man seine Reden an Botschafter aus Ländern mit islamischer Mehrheit liest, dann sieht man sehr gut einen roten Faden in diesem Denken des Papstes: dass nämlich der interreligiöse Dialog ein Friedensfaktor ist. Religionen stehen für ihn im Dienst des Friedens.”(rv)
Arabische Welt: Positive Reaktionen
Die Presse in mehrheitlich islamischen Ländern reagiert positiv auf die Wiederbelebung des vatikanischen Dialogrates. Der Fernsehsender „Al Jazeera” erinnert daran, dass der neu ernannte Präsident des Rates, Kardinal Jean-Louis Tauran, in seiner Zeit als päpstlicher Außenminister ein entschiedener Gegner des Irak-Kriegs war. Die meist gelesene Zeitung der arabischen Welt, „A-Sharq al-Awsat” aus Saudi-Arabien, lobt ebenfalls Tauran und dazu seinen Vorgänger an der Spitze des Dialogrates, Erzbischof Michael Fitzgerald. Dieser ist mittlerweile päpstlicher Nuntius in Ägypten. Die saudische Tageszeitung würdigt auch die Rolle von Papst Johannes Paul II. im christlich-islamischen Gespräch. (rv)

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