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  Italien: Streit um islamischen Religionsunterricht

Bischöfe und Politiker streiten darüber, ob in Italien islamischer Religionsunterricht eingeführt werden soll. Der Vorschlag zu einem solchen Unterricht kommt von Staatssekretär Adolfo Urso. Er glaubt, ein offizieller islamischer Religionsunterricht könne Eltern mit Migrationshintergrund davon abhalten, ihre Kinder in „Koranschulen“ zu schicken. Es gehe nicht darum, den Islam zu bekämpfen, sondern vielmehr den islamistischen Fundamentalismus. Der Vorsitzende der Italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Angelo Bagnasco, lehnt den Vorschlag ab. Sein Argument: Der Islam sei kein Teil der italienischen Kultur. Beim katholischen Religionsunterricht sei die Sachlage anders, weil das katholische Christentum ein „Teil der Geschichte und Kultur Italiens ist“. Laut offiziellen Statistiken beträgt der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund in Italien 4,2 Prozent. Die Kurien-Kardinäle Renato Martino und Georges Cottier hingegen zeigen sich für einen möglichen islamischen Reli-Unterricht aufgeschlossen. Erneut setzt damit der Vatikan, wie die Tageszeitung „Il Foglio“ analysiert, in einer innenpolitischen Frage die Akzente anders als die italienischen Bischöfe. Dabei sieht das Blatt auch innerhalb des Vatikans einen Widerstreit der Meinungen. Das mache es dem vatikanischen Dialog-Verantwortlichen, Kardinal Jean-Louis Tauran, schwerer – zumal auch bei seinen Dialogpartnern in der islamischen Welt Vielstimmigkeit herrsche. (kap/il foglio 20.10.2009 sk)

 

Italien: Erst mal keine Koran-Stunde

 

Außenminister Franco Frattini ist gegen die baldige Einführung eines islamischen Religionsunterrichts an den Schulen. Im Interview mit der Tageszeitung „La Stampa“ meinte er, zunächst einmal müsse sich der Staat mit den Moslems in Italien über das Thema verständigen. Dazu müsse sich zunächst ein anerkannter nationaler Islam-Verband konstituieren, so Frattini. Integration habe etwas mit „Legalität“ zu tun und dürfe „nicht von unserer Identität und Geschichte absehen“, so der Minister, der zur Mitte-Rechts-Partei von Ministerpräsident Silvio Berlusconi gehört. (agi 26.10.2009 sk)


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