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  Breite Zustimmung für Imam-Ausbildung an Universitäten

Berlin/München (KNA) 01.02.2010. Die Empfehlungen des Wissenschaftsrates für die Ausbildung von Imamen und islamischen Religionslehrern an deutschen Universitäten stoßen bei den Parteien auf breite Zustimmung. Auch die islamischen Verbände begrüßten den Vorstoß. Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) sagte der „Welt am Sonntag“, für sie gehöre dieser Schritt „zu einer überzeugenden Integrationspolitik in modernen Gesellschaften“. Sie werde interessierte Universitäten bei der Umsetzung unterstützen. Da die Zahl muslimischer Schüler weiter zunehmen werde, sei die Ausbildung von entsprechendem Personal wichtig.

 

Staatsministerin Maria Böhmer (CDU), Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, erklärte laut der Zeitung, es sei von entscheidender Bedeutung für die Zukunft, dass die hiesigen Muslime von in Deutschland ausgebildeten Imamen begleitet würden. Der bildungspolitische Sprecher der FDP, Patrick Meinhardt, nannte die Empfehlung des Wissenschaftsrats „goldrichtig“ und „längst überfällig“. Daniela Kolbe, Bildungspolitikerin der SPD, bezeichnete die Imam-Ausbildung in Deutschland als Bedingung für einen „Islam europäischer Prägung“. Der religionspolitische Sprecher der Linken, Raju Sharma, äußerte der „Welt am Sonntag“ zufolge die Hoffnung, dass die Einbindung der islamischen Ausbildung in den deutschen Wissenschaftsbetrieb „Forschung und Lehre befruchten“. Auch der parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck, lobte den Vorschlag der Wissenschaftler.

 

Der Wissenschaftsrat drängt auf einen massiven Ausbau von Islam-Instituten an staatlichen Hochschulen. Das Gremium hatte sich von Mittwoch bis Freitag in Berlin mit dem Thema befasst und legte am Montag „Empfehlungen zur Weiterentwicklung von Theologien und religionsbezogenen Wissenschaften an deutschen Hochschulen“ vor. Konkret empfahl der Wissenschaftsrat Bund und Ländern die Einrichtung von zwei bis drei Instituten mit dem Fach „Islamische Studien“. Islamstudien und Forschung sowie die „fundierte Ausbildung von Religionsgelehrten“ sollten an staatlichen Hochschulen stattfinden und nicht Privat-Einrichtungen überlassen werden. Zur besseren Zusammenarbeit mit der muslimischen Glaubensgemeinschaft sollten die beteiligten Hochschulen theologisch kompetente Beiräte für Islamische Studien einrichten, heißt es in dem 150-Seiten-Papier „zur Weiterentwicklung von Theologien und religionsbezogenen Wissenschaften an deutschen Hochschulen“.

 

Die Empfehlungen seien der „pragmatische Weg, zu dem es keine Alternative gibt und den die muslimischen Verbände seit Jahren favorisieren“, sagte der Generalsekretär des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, dem Berliner „Tagesspiegel am Sonntag“. Auch Ali Kizilkaya vom Islamrat erklärte in der „Süddeutschen Zeitung“, seine Organisation habe großes Interesse an Imamen, die in Deutschland ausgebildet werden.

 

Der Sprecher des Koordinationsrats der Muslime, Bekir Alboga, betonte, die muslimischen Verbände müssten genauso über die Inhalte der Studiengänge und die Berufung von Professoren mitentscheiden können wie die Kirchen in der christlichen Theologie. Allerdings erklärte der türkisch-islamische Dachverband DITIB, deren Dialogbeauftragter Alboga ist, laut „Tagesspiegel am Sonntag“, für eine Imam-Ausbildung in Deutschland „habe man keinen Bedarf“.

 


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