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Interreligiöses Gebet
Geleitwort
I. Einleitung
II. Zur Situation
III. Theologische Grundlagen
IV. Hinweise für die Durchführung von religiösen Begegnungen von Christen, Juden und Muslimen
V. Schlusswort
VI. ANHANG
1. Der Weltgebetstag der Religionen für den Frieden 1986 von Assisi als Modell religiöser Begegnungen
2. Stimmen zum Thema
3. Eine Auswahl christlicher Gebete
4. Quellen
5. Literatur
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  Leitlinien für das Gebet bei Treffen von Christen, Juden und Muslimen

Teil VI: Anhang

3. Eine Auswahl christlicher Gebete

 

„Gott, unerschöpflich ist deine Weisheit, unergründlich ist dein Urteil, unerforschlich sind deine Wege. Kein Mensch kann dich begreifen. Von dir nimmt alles seinen Ausgang, durch dich hat alles sein Leben, in dir hat alles sein Ziel. Dich will ich loben und preisen jetzt und in Ewigkeit.“ (nach Röm 11, Gotteslob 3.2).

 

„Beim aufgehenden Morgenlicht preisen wir dich, o Herr; denn du bist der Erlöser der ganzen Schöpfung. Schenk uns in deiner Barmherzigkeit einen Tag, erfüllt mit deinem Frieden. Vergib uns unsere Schuld. Lass unsre Hoffnung nicht scheitern. Verbirg dich nicht vor uns. In deiner sorgenden Liebe trägst du uns; lass nicht ab von uns. Du allein kennst unsre Schwäche. O Gott, verlass uns nicht.“ (Ostsyrische Christen, Gotteslob 15.1).

 

„Herr, unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall. An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen, dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden, nicht von Hunger und Furcht gequält, nicht zerrissen in sinnlose Trennung nach Rasse, Hautfarbe oder Weltanschauung. Gib uns den Mut und die Voraussicht, schon heute mit diesem Werk zu beginnen, damit unsere Kinder und Kindeskinder einst mit Stolz den Namen Mensch tragen.“ (Gebet der Vereinten Nationen, Gotteslob 31.1).

 

„Herr aller Herren, du willst, dass die Menschen miteinander in Frieden leben. Wir bitten dich, zeige den Politikern, wie sie Spannungen lösen und neue Kriege verhindern können. Lass die Verhandlungen unter den Nationen der Verständigung dienen und führe die Bemühung um Abrüstung zum Erfolg. Wir bitten dich um gerechte Lösung der Konflikte, die Ost und West, Nord und Süd, Farbige und Weiße, arme und reiche Völker voneinander trennen. Lass nicht zu, dass wir mitmachen, wenn Hass und Feindschaft Menschen gegeneinander treiben. Hilf uns Frieden halten, weil du mit uns Frieden gemacht hast.“ (Gotteslob 31.2).

 

„Wir danken dir, Herr, dass du deine Sonne aufgehen lässt über Böse und Gute und dass du regnen lässt für Gerechte und Ungerechte. Wir danken dir, dass du uns Menschen das tägliche Brot gibst und die Kraft, einander zu vergeben und zu helfen. Führe uns in deine Schöpfung, von Hass und Streit befreit, vollendet ist in deiner Liebe. Durch Christus, unsern Herrn. Amen.“ (aus: Dank für die Schöpfung, Gotteslob 788.1).

 

„Gott, unser Vater, hilf uns, dass wir immer mehr einander achten lernen; gib uns Kraft zum Frieden in der Familie, am Arbeitsplatz, in der Freizeit. Lass Männer und Frauen, Junge und Alte, Menschen verschiedener Überzeugung einander ertragen und einander Gutes tun. Dies erbitten wir durch Christus, unsern Herrn.“ (aus: Zusammenleben der Menschen, Gotteslob 790.1).

 

„Gepriesen sei unser Herr Jesus Christus, eingeborener Sohn des Vaters, von den Propheten als Fürst des Friedens angekündigt, geboren von einer Frau in Bethlehem in Judäa: Mit seinem Blut hat er Abel mit Kain versöhnt, er hat die trennende Mauer niedergerissen und hat aus zwei Völkern ein einziges geschaffen; nach der Auferstehung von den Toten hat er den Jüngern als erste Gabe den Frieden gebracht.“ (Gebet für den Frieden, Assisi 2002).

 

„Um deine Kraft zum Frieden bitten wir, guter Gott: Wir erkennen dankbar, dass es unter uns Menschen gibt – einflussreiche und unbekannte –, die Spannungen überbrücken, die nicht aufhören zu verhandeln, die überall den Frieden suchen. Um deine Kraft zum Frieden bitten wir, guter Gott: um den Mut, allen entgegenzutreten, die an gewaltsame Lösungen denken, die mit Gedanken an Krieg ihr Spiel treiben, die durch spannende Schilderungen den Krieg verharmlosen.

Um deine Kraft zum Frieden bitten wir, guter Gott: dass wir die schrecklichen Folgen der Kriege nicht vergessen oder verschweigen; dass wir eintreten für Versehrte und Verstörte, für die Opfer trennender Grenzen, für die Minderheiten und Flüchtlinge – dass wir sie verstehen und unter uns aufnehmen. Um deine Kraft zum Frieden bitten wir, guter Gott. Amen.“ (Evangelisches Kirchengesangbuch Bayern / Thüringen, 898,1).

 

„Schöpfer des Alls! Aus deiner Liebe kommt unsere Welt. Wir bestaunen dein Werk und loben dich. Gut, sehr gut ist, was du geschaffen hast. Mach uns zu treuen und sorgsamen Verwaltern deiner Erde, dass wir aufhören, sie zu schänden oder auszubeuten. Erhalte uns die Freude an der Natur und die Ehrfurcht vor dem Leben. Gib, dass wir nichts tun, was deiner Schöpfung schadet. Hilf uns barmherzig zu sein mit allen Kreaturen, die mit uns auf deine Erlösung warten. Wir sind ja auch von der Erde und danken dir jeden Atemzug. Segne uns, damit auch Kinder und Kindeskinder mit all deinen Geschöpfen diese Erde bewohnen können. Mit dem Hauch deines Geistes willst du die Welt erneuern. Wir preisen dich dafür und hoffen auf dich. Amen.“ (Evangelisches Kirchengesangbuch Bayern / Thüringen, 897,2).

 

„Herr, öffne uns die Augen, dass wir sehen, was zu sehen ist. Öffne uns die Ohren, dass wir hören, was zu hören ist. Öffne uns die Lippen, dass wir sagen, was zu sagen ist. Öffne uns die Hände, dass wir ändern, was zu ändern ist. Öffne uns die Zukunft, lass erscheinen in der Welt dein Reich.“ (Katholisches Gesangbuch der Schweiz, 604.3).

 

„Gott, du willst, dass die Menschen miteinander in Frieden leben. Wir bitten dich, zeig den Verantwortlichen in der Politik, wie sie Spannungen lösen und neue Kriege verhindern können. Lass die Verhandlungen unter den Nationen der Verständigung dienen und führe das Bemühen um Abrüstung zum Erfolg. Wir bitten dich um gerechte Lösungen der Konflikte, die Ost und West, Nord und Süd, Farbige und Weiße, arme und reiche Völker voneinander trennen. Lass nicht zu, dass wir mitmachen, wenn Hass und Feindschaft Menschen gegeneinander treiben. Hilf uns Frieden halten, weil du mit uns Frieden gemacht hast.“ (Katholisches Gesangbuch der Schweiz, 604.5).

 

 

 

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Entnommen aus der Arbeitshilfe Nr.170 (2. Aufl.) des Sekretariats der Deutschen Bischofskonferenz "Leitlinien für das Gebet bei Treffen von Christen, Juden und Muslimen" vom 24. Juni 2008. 

 

 

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