Groß-Imam: Kein interreligiöser Bürgerkrieg in Ägypten

KNA 24.05.2011
Frankfurt (KNA) Der Groß-Imam der Kairoer Al-Azhar-Universität, Ahmed Al-Tayeb, hat sich besorgt über die Spannungen zwischen Kopten und Muslimen in Ägypten geäußert. Ein interreligiöser Bürgerkrieg drohe aber nicht, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. In den vergangenen Monaten kam es in Ägypten zu zahlreichen Übergriffen gegen Christen. Zuletzt starben bei Auseinandersetzungen zwischen Muslimen und Kopten im Kairoer Arbeiterviertel Imbada Anfang Mai 15 Menschen.
Al-Tayeb machte „interessierte Kräfte innerhalb und außerhalb Ägyptens“ für die Spannungenöverantwortlich. Sie hätten „keine Wurzeln in der ägyptischen Geschichte“. Al-Tayeb schlossönicht aus, dass „die kritische Situation in Ägypten das Militär zwingen könnte, weiter an der Macht zu bleiben“. Für den gestürzten Diktator Husni Mubarak forderte der Groß-Imam „Gnade vor Recht“. Mubarak habe lange Zeit viel für Ägypten getan, er sei ein alter und kranker Mann, meinte Al-Tayeb, der als höchste Autorität der sunnitischen Muslime gilt. Den Sturz Mubaraks bezeichnete er als „Ausdruck des Willens des ägyptischen Volks“. Seine Hochschule unterstütze den Willen des Volks nach Veränderungen, fügte er hinzu.
(KNA - llkpml-BD-1436.55Zu-1)

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